Landessportbund

386 Millionen Euro Sanierungsstau: Härtel für Nachhaltigkeit

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Thomas Flehmer, dpa
Thomas Härtel schlägt eine Olympiabewerbung mit mehreren Städten vor.

Thomas Härtel schlägt eine Olympiabewerbung mit mehreren Städten vor.

Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild

Die Corona-Pandemie konnten und die Energiekrise können die Berliner Vereine auch dank staatlicher Hilfen gut bewältigen. Anders sieht es bei der Sportstättensanierung aus.

Berlin. Präsident Thomas Härtel vom Landessportbund Berlin sieht trotz Corona-Pandemie und Energiekrise die Existenz der Sportvereine als nicht existenziell gefährdet an. „Wir sind trotz aller Belastungen gut durch die Corona-Pandemie gekommen“, sagte der 71-Jährige der Deutschen Presse-Agentur, „es ist keiner deswegen in Insolvenz gegangen oder hätte sich auflösen müssen. Die Vereine sind auf einem guten Weg.“

11,5 Millionen Euro hatte der LSB während der Pandemie an staatlichen Hilfen weiterleiten können, um Vereine vor dem Aus zu retten, nachdem mit der Pandemie auch viele Mitglieder die Vereine verlassen haben. Mittlerweile gibt es laut Härtel einen gegenläufigen Trend: „Wir haben im vergangenen Jahr 22 222 Mitglieder neu gewonnen. Damit stehen wir bundesweit an der Spitze. Auch in diesem Jahr haben wir wieder Zuwachs.“

Auch die neuen Belastungen durch die Energiekrise können laut Härtel, der in der vergangenen Woche für weitere vier Jahre mit einer sehr großen Mehrheit als Präsident wiedergewählt wurde, abgefedert werden. Durch den Nachtragshaushalt erhalten die Berliner Vereine rund 11,5 Millionen Euro, davon entfallen acht Millionen auf den gemeinnützigen Sport, die der LSB - wie in der Corona-Pandemie auch - an die Vereine weitergeben darf. „Den Vorauszahlungen nach erwartet die Vereine eine enorme wirtschaftliche Belastung mit einer Verdreifachung oder Vervierfachung der Energiekosten. Das betrifft zum Beispiel Tennisvereine, die im Winter Hallen aufbauen. Das sind dramatische Kosten. Da können auf einen Verein 90.000 Euro zukommen“, sagte Härtel.

Zudem seien Vereine wie der SC Siemensstadt, die für ihre Sportanlagen selbst aufkommen müssen, stark betroffen. „Das können sie nicht nur über Mitgliedsbeiträge auffangen. Hier geht es um eine Kostenexplosion, die gewaltig ist.“

Zwei Konsequenzen zieht Härtel dabei aus den Belastungen. „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig Vorsorge ist, Prävention, Hygiene an unseren Sportstätten. Die Energiekrise zeigt uns, dass wir nachhaltig in unsere Sportanlagen investieren müssen.“ Und da erwartet der ehemalige Staatssekretär neue Hürden: „Bei den städtischen Sportstätten haben wir einen Sanierungsstau von 386 Millionen Euro in Berlin ohne Bäder, Olympiapark, Sportforum Hohenschönhausen. Additiv ist das fast eine Milliarde, die aufgelaufen ist. Und es gibt nur 18 Millionen Euro pro Jahr.“

Trotz der ungünstigen Voraussetzungen sieht Härtel Wege, die Sanierung auch finanziell besser vorantreiben zu können. „Wir brauchen einen Pakt für die Sanierung von Sportstätten auch unter nachhaltigen Gesichtspunkten. Diesen Aspekt müssen wir stärker in den Fokus nehmen und schauen, welche Förderung wir aus welchen Töpfen zusammenführen können, um zu einer nachhaltigen Sanierung zu kommen“, sagt der Sprecher der Landessportbünde in Deutschland, „es gibt auf der Bundesebene Programme wie auf kommunaler Ebene. Wir müssen sie kumulativ hinbekommen und verschiedene Förderprogramme nutzen.“

( © dpa-infocom, dpa:221202-99-751336/3 (dpa) )