Weihnachten

Fachkräftemangel beim Weihnachtsmann in Brandenburg

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Ein Weihnachtsmann läuft über den Neumarkt.

Ein Weihnachtsmann läuft über den Neumarkt.

Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie gibt es wieder viel Nachfrage nach Bescherungen für Kinder mit dem Weihnachtsmann - auch auf dem Monitor.

Potsdam/Cottbus/Zeuthen (dpa/bb). Zwei Jahre lang war coronabedingt die weihnachtliche Bescherung durch den Weihnachtsmann zu Hause nur sehr eingeschränkt möglich. Nun verbuchen einige Agenturen in Brandenburg schon wieder hohe Nachfrage von Familien mit kleinen Kindern. Doch es fehlt inzwischen auch in der Bescherungs-Branche geeignetes Personal. „Wir hatten früher einen festen Stamm an älteren, alleinstehenden Männern, die sonst Weihnachten alleine zu Hause verbringen mussten und sich lieber an strahlenden Kinderaugen erfreuten“, berichtet Ronny Schröter, Geschäftsführer des Büros Cottbuser Weihnachtsmann. „Doch solchen Akteure sind inzwischen schwieriger zu finden.“

Daher hat Schröter Mitte November einen Hilferuf veröffentlicht: Wegen des Fachkräftemangels sei der Heiligabend bereits ausgebucht, schrieb Schröter. „Je mehr Akteure sich für den Job bereit erklären, umso mehr Kinderherzen werden höher schlagen.“ Derzeit habe er nur ein halbes Dutzend Weihnachtsmänner, die zwischen 14 und 18 Uhr an Heiligabend je zehn bis zwölf Bescherungen schaffen. Mindestens doppelt so viele Weihnachtsmänner würden gebraucht, sagt Schröter.

Wenn der Weihnachtsmann nur auf dem Bildschirm ist

Ausgebucht ist auch die Potsdamer Weihnachtsmann-Agentur - und das schon seit Oktober. In den Familien sei der Bedarf nach zwei Jahren mit Corona-Einschränkungen hoch, berichtet Geschäftsführer Nadim Jovicic. „Die ersten Buchungen gab es dieses Jahr schon im Juni.“ Dabei hat Jovicic in der Corona-Zeit auf Video-Telefonie umgestellt, der Weihnachtsmann erscheint den Kindern also auf dem Bildschirm.

Neun Weihnachtsmänner sollen nun an Heiligabend von 12.00 bis 23.00 Uhr digital bei jeweils bis zu 60 Familien vorbeischauen und die Kinderherzen höher schlagen lassen. „So ein Videotelefonat dauert selten länger als fünf Minuten“, erläutert Jovicic. „Die Kinder sind so perplex, wenn der Weihnachtsmann erscheint, dass sie kaum was sagen können - oder werden höchstens noch von ihren Eltern animiert, ein Gedicht aufzusagen.“ Nur drei Weihnachtsmänner seiner Agentur wollen an Heiligabend noch gut 20 Hausbesuche erledigen.

Firmen leiden unter Energiekrise, Familien unter hohen Preisen

Nur eine verhaltene Nachfrage erlebt dagegen das Weihnachtsbüro von Petra Henkert, die von Zeuthen (Dahme-Spreewald) aus Berlin und den Speckgürtel mit Weihnachtsmännern versorgt. Dies betreffe sowohl Anfragen von Unternehmen etwa für Einsätze in Kaufhäusern oder auf Firmenfeiern als auch Anfragen von Familien, sagt Henkert.

Vielen Firmen seien in der Corona-Zeit Umsätze weggebrochen und jetzt litten sie unter der Energiekrise, erläutert sie. Und auch für viele Familien seien die gestiegenen Preise ein Problem. „Auch der Weihnachtsmann muss mehr Geld für den Sprit bei der Anfahrt zur Bescherung bezahlen“, sagt Henkert. Daher sei der Preis für eine Bescherung an Heiligabend auf über 80 Euro gestiegen. Mehr als 50 Euro sei für viele Familien aber nicht drin, weiß Henkert. „Das ist natürlich nicht schön für die Kinder, aber ich weiß da auch keine andere Lösung für die gestiegenen Kosten.“

Video-Telefonie habe es in ihrer Agentur während der Corona-Zeit kaum gegeben, berichtet Henkert. „Da gab es kaum Anfragen und auch nur wenige Weihnachtsmann-Akteure hatten dazu Lust.“ Stattdessen habe es Bescherungen statt im Wohnzimmer draußen im Garten oder auf dem Parkplatz vor dem Haus gegeben. „Da sagten einige: Das ist so schön, das machen wir jetzt immer so“, berichtet die Geschäftsführerin

( © dpa-infocom, dpa:221124-99-641260/3 (dpa) )