Encrochat-Komplex

Kontra K: Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Rapper

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Der Berliner Rapper Kontra K.

Der Berliner Rapper Kontra K.

Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Umfangreiche Drogen-Deals und ein geplanter Überfall: Gegen den Berliner Rapper Kontra K wird ermittelt. Anlass sind Encrochat-Daten.

Berlin. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Rapper Kontra K. Das berichtet der NDR. Maximilian Diehn, wie der erfolgreiche Berliner Musiker bürgerlich heißt, soll geplant haben, mit Drogen in nicht geringer Menge zu handeln, wie eine Sprecherin der Justizbehörde auf NDR-Anfrage bestätigte.

Der 35 Jahre alte Diehn soll dabei ein Handy der Marke EncroChat benutzt haben. Die Mobiltelefone waren in den vergangenen Jahren bei Kriminellen beliebt, um verschlüsselt miteinander zu kommunizieren. Französischen Ermittlern war es später gelungen, die Handys zu dechiffrieren.

Laut NDR soll das Bundeskriminalamt (BKA) den Rapper über das Passwort für seinen EncroChat-Account identifiziert haben. Er selbst habe dabei den Nutzernamen „massive human“ verwendet. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass der Musiker im Frühjahr 2020 versucht haben soll, 100 Kilogramm Cannabis nach Deutschland einzuführen und weiterzuverkaufen.

Die Drogen sollten demnach einen Wert von mehreren Hunderttausend Euro haben. Eine Anfrage zu den Ermittlungen ließen Diehn und sein Management laut NDR unbeantwortet.

Kontra K soll über das Krypto-Telefon außerdem mit einem Bekannten über einen möglichen Überfall auf einen deutschen Musikmanager geschrieben haben. Das Motiv dafür sei unklar, so der NDR. Polizisten sollen nach der Identifizierung des Managers im August 2020 ein Gefährdeten-Gespräch mit dem potenziellen Opfer durchgeführt haben.

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Encrochat: Berlin hat Vermögenswerte in Millionenhöhe eingezogen

Der Encrochat-Komplex umfasst in Berlin 438 Ermittlungsverfahren, 69-mal wurde bislang Anklage erhoben, wie Berlins Justizsenatorin Lena Kreck (Linke) im September 2022 sagte.

Bis zu diesem Zeitpunkt hätten die Strafverfolgungsbehörden die Einziehung von 4,6 Millionen Euro an Vermögenswerten rechtskräftig angeordnet. Es sei ein Geschenk für die Ermittler, dass sie diese Daten nutzen können, sagte die 41-Jährige im Interview mit der Berliner Morgenpost.

Kontra K: Rapper sorgte mit Musikvideo im Berliner Bärensaal für Aufregung

Kontra K gehört zu den populärsten Rappern in Deutschland. Im vergangenen Jahr erhielt er die 1Live-Korne als „Bester HipHop-Act“. Bei den MTV Europe Music Awards 2022 war er nominiert in der Kategorie „Best German Act“.

In Berlin war es im vergangenen Jahr zu Aufregung um den Musiker gekommen, nachdem bekannt wurde, dass das Musikvideo zum Lied „Sirenen“ im Bärensaal des Alten Stadthaus gedreht worden war.

Das historische Gebäude ist Sitz der Berliner Innenverwaltung. Für Berlins Sicherheitsbehörden war der Fall peinlich. Denn während einen Eingang weiter der damalige Innensenator Andreas Geisel (SPD) seinen Amtsgeschäften nachging, rappten ein Stockwerk tiefer Kontra K und sein Rapper-Kollege AK Ausserkontrolle über das Gangsterleben in Berlin.

( bee )