Hohe Holzpreise

Dreister Brennholz-Diebstahl in Berlin nimmt zu

Der Rohstoff Holz ist beliebt derzeit. Mancherorts wird das Brennholz bereits knapp – oder gestohlen.

Der Rohstoff Holz ist beliebt derzeit. Mancherorts wird das Brennholz bereits knapp – oder gestohlen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Holz ist teuer. Und so nimmt der Diebstahl von Holz zu. Dreiste Diebe klauten bei einem Händler am Wochenende 100 Paletten mit Brennholz.

Berlin . Holz wird bei Dieben immer begehrter. Die Berliner Polizei hat in diesem Jahr bis Mitte November bereits 41 Fälle von Holzdiebstahl registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es nach Angaben einer Sprecherin 34 Fälle und 2020 wurden 32 Fälle angezeigt. Gestohlen wird scheinbar überall: auf Baustellen, in Baumärkten, aus Wohnhäusern, Wäldern, Parks, aber auch in Lebensmittelgeschäften. Auch in einer Kita und auf einem Friedhof wurde bereits Holz gestohlen.

Zu den Betroffenen gehört auch Atif Uzun, der in Treptow ein Brennholzunternehmen betreibt. „Aus unserem Lager wurden an einem verlängerten Wochenende 100 Paletten Brennholz gestohlen“, erzählt der Unternehmer. „Ich wusste gar nicht, dass man in so kurzer Zeit so große Mengen Holz bewegen kann“, so Uzun, der mit seinen Mitarbeitern Holz aus der Grünpflege in Berlin zu Brennholz macht und verkauft.

„Je höher der Holzpreis, desto größer die Diebstahlsquote“

Momentan koste eine Palette Hartholzmix rund 224 Euro, vor der Energiekrise seien es 165 Euro gewesen. Die Nachfrage sei enorm gestiegen. Den Kunden seien die Preise inzwischen schon egal, sie würden oft gar nicht danach fragen, sondern das Holz direkt bestellen, so Uzun. Um weiteren Diebstahl zu verhindern, hat er sein Lager nun unter anderem mit einer Alarmanlage gesichert.

„Je höher der Holzpreis, desto größer die Diebstahlsquote“, ist die Erfahrung beim Waldeigentümer-Verband AGDW in Berlin. Insgesamt belaufe sich der Schaden bundesweit inzwischen auf mehrere Millionen Euro jährlich, hieß es bereits im August von Verbandssprecher Jürgen Gaulke zur Deutschen Presse-Agentur.

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( dpa/BM )