Tafel Berlin

Grönemeyer spendet an Berliner Tafel: So reagiert die Chefin

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Musiker Herbert Grönemeyer (l.) war bei der ZDF-Show "Wetten, dass..?" zu Gast.

Musiker Herbert Grönemeyer (l.) war bei der ZDF-Show "Wetten, dass..?" zu Gast.

Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Bei „Wetten, dass..?“ kündigt Herbert Grönemeyer eine Spende für die Berliner Tafel an. Ihre Chefin ist begeistert und verrät Details.

Friedrichshafen/Berlin. Sänger Herbert Grönemeyer (66) will einen Monat lang alle Betriebs- und Unterhaltskosten für die Berliner Tafel übernehmen. „Das ist eine Tafel mit 50 Ausgabestellen, die sorgen sich um 70.000 Menschen“, sagte Grönemeyer in der ZDF-Sendung „Wetten, dass..?“ am Samstag in Friedrichshafen. Der Sänger hatte die Hilfe als Wetteinsatz ins Spiel gebracht, blieb aber auch nach seinem Sieg dabei, dass er die Kosten übernehmen wolle.

„Ich habe große Hochachtung vor den Menschen, die in dieser Zeit ehrenamtlich den Menschen beistehen und sie unterstützen“, sagte Grönemeyer. Dazu gehörten die Tafeln in Deutschland, 960 Tafeln für 82 Millionen Menschen. „Die brauchen lang lagerbare Lebensmittel, Geld und Unterstützung.“

Berliner Tafeln bekommen Spende von Herbert Grönemeyer – „Guter fünfstelliger Betrag“

Die Geschäftsführerin der Berliner Tafel, Antje Trölsch, sagte der Berliner Morgenpost am Sonntag: "Wir freuen uns riesig über den Wetteinsatz von Herbert Grönemeyer und die damit verbundene Wertschätzung der Tafelarbeit."

Direkten Kontakt zu Herbert Grönemeyer habe sie noch nicht gehabt, dafür aber zu seiner Plattenfirma – diese hatte sich im Vorfeld der Sendung an die Berliner Tafel gewandt.

Wie hoch wird die Summe sein, die Grönemeyer nun für die Berliner Tafel übernimmt? "Den genauen Spendenbetrag können wir heute noch nicht nennen, da auch flexible Kosten Teil der Gesamtsumme sein werden", so Trölsch. "Aber aus Erfahrung wissen wir, dass es sich um einen guten fünfstelligen Betrag handeln wird."

Inflation bringt die Berliner Tafel an Grenzen

Die Berliner spürt die Folgen des Ukraine-Krieges. Bereits im Juni hatte die Vorsitzende der Berliner Tafel, Sabine Werth, gesagt, dass die gestiegene Inflation in Deutschland den Verein an die Kapazitätsgrenzen bringt. "Die Zahl der Menschen, die kommen, hat sich in letzter Zeit teilweise verdoppelt", so die Tafel-Vorsitzende in einem Interview mit RTL/ntv.

So könne die Tafel wegen der großen Nachfrage nur weniger Lebensmittel pro Person ausgeben. Darum gelte für viele Kundinnen und Kunden: "Heute leider keine vier Äpfel, sondern nur zwei." Als einen Grund nannte Werth, dass aus den Supermärkten zuletzt weniger Spenden von Obst und Gemüse gekommen seien. Teils gingen die übriggebliebenen Lebensmittel auch in die Ukraine.

Aus Werths Sicht sorgte die Corona-Zeit dafür, dass viele Menschen all ihre Reserven aufgebraucht hätten und nun zu den Ausgabestellen gingen - darunter beispielsweise auch viele Solo-Selbstständige oder Menschen aus der Veranstaltungsbranche, die Insolvenz anmelden mussten. "In unseren Köpfen ist das eigentlich die Mittelschicht", so Werth. Sie befürchte "ein gewaltiges gesellschaftliches Leck".

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( dpa/JP/sib )