Hausärzte in Berlin

Kassenpatienten müssen sich 2023 auf Probleme einstellen

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Kassenärzte protestieren seit Wochen gegen die Streichung der sogenannten Neupatientenregelung. Die reißt ein Loch ins Budget der ambulanten Praxen.

Kassenärzte protestieren seit Wochen gegen die Streichung der sogenannten Neupatientenregelung. Die reißt ein Loch ins Budget der ambulanten Praxen.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Länger warten auf einen Arzttermin, Kürzungen beim ärztlichen Bereitschaftsdienst: Die KV Berlin warnt vor Engpässen.

Berlin. Kassenpatienten müssen sich im kommenden Jahr auf Probleme in der ambulanten Gesundheitsversorgung einstellen. Davor warnte am Freitag die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin. Demnach könnten Ärzte wegen finanzieller Engpässe gegen Ende des Quartals keine neuen Patienten mehr aufnehmen und auch Bestandspatienten nicht in gewohntem Maß behandeln.

Hintergrund ist die Streichung der Neupatienten-Regelung, die im Oktober mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz beschlossen wurde und die ab 2023 gilt. Kassenärzte können nur im Rahmen eines von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) vorgegebenen Budgets Leistungen zu hundert Prozent abrechnen.

Knapperes Budget für Kassenärzte

Überschreiten die Ärzte das GKV-Budget, erhalten sie etwa nur noch 80 Prozent für dieselbe Leistung. Die erst vor drei Jahren eingeführte Neupatienten-Regelung ermöglichte es den Ärzten, neue Kassenpatienten immer zu hundert Prozent mit den GKV abrechnen zu können.

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Ab 1. Januar ist dann erneut das Budget für alle Patienten gedeckelt. Die KV Berlin sah sich daher gezwungen, die Anzahl der Patienten zu reduzieren, die ein Arzt pro Quartal vergütet bekommt. Nur so könne sie „dem Preisverfall der ärztlichen Leistungen entgegenwirken und den Betrieb der Praxen aufrechterhalten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kürzungen beim ärztlichen Bereitschaftsdienstdienst

Wie genau sich das jedoch auf die einzelnen Praxen und letztendlich auf die Patienten auswirkt, ist noch nicht klar. Eine Folge sind voraussichtlich längere Wartezeiten auf Termine. Bereits im September streikten 2000 Arztpraxen in Berlin gegen die Streichung der Neupatienten-Regelung.

Wegen der finanziellen Knappheit musste die KV Berlin nun den ärztlichen Bereitschaftsdienst reduzieren. Die von der KV betriebene und von den GKV bezuschusste telefonische Notberatung wird unter der Woche fortan nur noch mit einem anstatt zwei Ärzten besetzt sein. Die KV Berlin warnt vor einer vollständigen Einstellung des Betriebs, sollte die finanzielle Situation weiterhin so prekär bleiben.

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