Bahnverkehr

Bahn-Verkehr zwischen Berlin und Stettin wird ausgebaut

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2021 haben in Angermünde die Arbeiten der Deutschen Bahn für den Ausbau der Strecke nach Stettin begonnen. Das soll schnellere Züge ermöglichen.

2021 haben in Angermünde die Arbeiten der Deutschen Bahn für den Ausbau der Strecke nach Stettin begonnen. Das soll schnellere Züge ermöglichen.

Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Ende 2026 sollen mehr, schnellere und längere Zügen zwischen Berlin und Stettin fahren. Direktverbindung zur polnischen Ostsee geplant.

Berlin.  Fahrgäste sollen künftig häufiger, schneller und in längeren Zügen zwischen Berlin und dem polnischen Stettin unterwegs sein können. Wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am Montag mitteilte, haben die beiden Länder den Zuschlag für den künftigen Betrieb der Strecke an die Deutsche Bahn vergeben. Ab Ende 2026 soll damit das Verkehrsangebot deutlich ausgebaut werden, hieß es weiter.

Grundlage dafür ist, dass die Strecke zwischen Angermünde und der polnische Grenze seit vergangenem November ausgebaut wird. Der Abschnitt wird dabei für Tempo 160 fit gemacht, außerdem elektrifiziert und durchgehend zweigleisig ausgebaut. Berlin, Brandenburg und der Bund investieren insgesamt knapp eine halbe Milliarde Euro in das Vorhaben, der Bund trägt mit 380 Millionen Euro den Hauptteil der Kosten. Das Vorhaben soll Ende 2025 abgeschlossen sein; auf polnischer Seite wird parallel zu den Arbeiten in Brandenburg der verbliebene Streckenteil bis nach Stettin ausgebaut.

Von Berlin aus geht es direkt mit der Bahn nach Swinemünde

Die Deutsche Bahn soll künftig eine neue und um 20 Minuten beschleunigte Regionalexpress-Linie, den RE9, anbieten, die vom Flughafen BER über den Berliner Hauptbahnhof, Angermünde und Stettin fährt. Weiterhin soll es auch die bisherige Regionalbahn RB66 zwischen Angermünde und Stettin geben. In Kombination entstehe so insgesamt ein stündliches Angebot zwischen Berlin und Stettin, dabei wechseln sich ein Direktzug und eine Umsteigeverbindung mit verbesserten Anschlüssen in Angermünde ab.

Die Fahrtzeit soll in beiden Fällen rund 90 Minuten betragen. Zudem werde die Kapazität je Zug mit 510 Sitzplätzen nahezu verdoppelt, heißt es in der Mitteilung des VBB weiter. Und Fahrgäste sollen künftig von Berlin aus auch direkt zur polnischen Ostsee kommen: Vorgesehen sind laut Mitteilung auch saisonale Verlängerungen der Zugverbindungen über Stettin hinaus nach Swinemünde sowie Misdroy.

Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) nannte vor allem den künftig geplanten Einsatz von modernen elektrischen Zügen einen „wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“. „Mit dem Ziel weiterer Durchbindungen in Richtung polnischer Ostseeküste bietet sich zudem eine Alternative für die heute im Saisonverkehr schon stark touristisch ausgelasteten Strecken Richtung Rostock und Stralsund“, so Beermann weiter. Berlins Mobilitätssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) erklärte, die neue Verbindung werde „dem Zusammenwachsen der beiden europäischen Metropolregionen einen Riesenschub geben“.