Katastrophenschutz

Vor Warntag: Erst 28 von 400 Sirenen in Berlin installiert

| Lesedauer: 2 Minuten
Eine der ersten von 400 geplanten Warnsirenen in Berlin.

Eine der ersten von 400 geplanten Warnsirenen in Berlin.

Foto: Berliner Feuerwehr

Mobilfunkanbieter versenden derzeit Test-Warnungen. Sie bereiten sich so auf den bundesweiten Warntag vor. Sirenen bleiben stumm.

Berlin. Mit Blick auf den 8. Dezember, den bundesweiten Warntag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), verschicken Mobilfunkanbieter jetzt erste Test-Warnungen an ihre Kunden. Sie wollen schon jetzt auf das neue Warnsystem namens Cell Broadcast hinweisen.

„Der Warntag Anfang Dezember ist der Beginn einer intensiven operativen Testphase für den neuen Warn-Kanal Cell Broadcast. In dieser Testphase ist noch kein vollständiger Wirkbetrieb vorgesehen und es werden nicht alle Handynutzerinnen und -nutzer in Deutschland eine Warnmeldung über Cell Broadcast empfangen können“, teilte das BBK mit.

Cell Broadcast ist unabhängig vom Mobilfunkanbieter, muss aber auf dem Mobilfunkgerät aktiviert sein. „Cell Broadcast ermöglicht es, Warnungen einfach, schnell, zielgenau und datensparsam an eine große Anzahl von Menschen zu versenden und ist daher ideal für eine Alarmierung im Notfall“, heißt es beim BBK.

Zusammenarbeit zwischen Berlin und Bund stockt

Derweil ist die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in Sachen Zivilschutzsirenen auf Berliner Gebäuden ins Stocken geraten. Mit Stand 1. November 2022 wurden 28 Sirenen errichtet. Geplant sind 400 solcher lautstarken Warneinrichtungen. Diese sollen nach Angaben der Senatsinnenverwaltung bis Ende 2023 errichtet sein. Für die Errichtung wird Berlin mit knapp fünf Millionen Euro vom Bund unterstützt.

Lesen Sie auch: 8. Dezember: Warum um 11 Uhr alle Handys gleichzeitig läuten

Das Problem ist, dass die Sirenen über ein bundesweites Modulares Warnsystem angesteuert werden. Das soll aber erst frühestens 2024 in Betrieb gehen. „Die Sirenen können erst dann als Warnmittel im Verbund mit den sonstigen vorhandenen Kanälen eingesetzt werden, wenn der Bund die entsprechende Digitalfunk-Schnittstelle zum Modularen Warnsystem bereitgestellt hat“, sagte eine Sprecherin der Innenverwaltung. „Da dies nach derzeitigem Informationsstand erst Anfang 2024 der Fall sein soll, ist auch frühestens dann mit dem Echtbetrieb der Sirenen zu rechnen.“

Auch die Feuerwehr muss die Sirenen nutzen können

„Wenn der Bund es ernst meint und die Sicherheit auch in der Hauptstadt verbessern möchte, muss die Förderung über das Jahr 2022 hinausgehen“, sagte der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro. „Es sollte selbstverständlich sein, dass auch für Berlins Feuerwehr die Möglichkeit bestehen muss, über die Sirenen zu alarmieren. Schließlich sind es auch unsere Kollegen, die die Anlagen warten und instandsetzen müssen.“

Auch interessant:

Innenverwaltung will Behörde für Katastrophenschutz

In Berlin gibt es keine funktionsfähigen Schutzräume

Kommt die Katastrophenwarnung bald aus dem Rauchmelder?