Berlin-Wahl 2023

Erststimme und Zweitstimme bei der Berlin-Wahl kurz erklärt

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Nach Wahl-Chaos in Berlin: "Wir wollen aus Fehlern lernen"

Nach Wahl-Chaos in Berlin: "Wir wollen aus Fehlern lernen"

In gut einem Monat wird in Berlin erneut das Abgeordnetenhaus gewählt. Die von Pannen geprägte Wahl vom September 2021 war vom Verfassungsgerichtshof des Landes für vollständig ungültig erklärt worden. Auch wenn der neue Landeswahlleiter Stephan Bröchler keine reibungslose Wahl versprechen kann - eine Menge Defizite seien beseitigt worden, sagt er.

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Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin haben alle Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen. Wir erklären, was die Stimmen bedeuten.

  • Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2023 gibt es Erststimmen und Zweitstimmen.
  • Was ist der Unterschied? Was wählt man mit welcher Stimme?
  • Wir erklären die wichtigsten Zusammenhänge.

Berlin. Nach den gravierenden Mängeln bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 26. September 2021 wird in der Hauptstadt neu gewählt. Bei den Wahlen des Berliner Landesparlaments, die am 12. Februar 2023 stattfinden, haben alle Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen: die Erststimme und die Zweitstimme. Was ist der Unterschied?

Erststimme und Zweitstimme bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin 2023

Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus werden, wie auch die Wahlen zum Deutschen Bundestag, nach dem personalisierten Verhältniswahlrecht abgehalten.

Mit der Erststimme wird eine Kandidatin oder ein Kandidat aus einem der 78 Berliner Wahlkreise direkt in das Berliner Landesparlament gewählt. Auch parteilose Kandidaten können sich zur Wahl stellen. Wer im Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, erwirbt ein Direktmandat und zieht direkt in das Abgeordnetenhaus ein. Alle anderen Kandidatinnen und Kandidaten gehen leer aus.

Wichtiger als die Erststimme ist die Zweitstimme. Mit ihr wird eine Partei gewählt. Sie ist entscheidend für die Mehrheitsverhältnisse im Abgeordnetenhaus. Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt, desto stärker ist sie im Abgeordnetenhaus vertreten. Mit der Zweitstimme wird nicht eine Person gewählt, sondern die Landesliste einer Partei.

Abgeordnetenhaus in Berlin: Zusammensetzung 2016 und 2021

Fraktion Sitze 2016 Sitze 2021
SPD 38 36
CDU 31 30
Linke 27 24
Grüne 27 32
AfD 25 13
FDP 12 12
Fraktionslose - 4

Sperrklausel und 5-Prozent-Hürde bei der Berlin-Wahl 2023: Das muss man wissen

Wenn eine Partei weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen erhält, bekommt sie keinerlei Sitze im Abgeordnetenhaus. Dies wird als Sperrklausel oder 5-Prozent-Hürde bezeichnet.

Eine solche Partei wird nur dann bei der Sitzverteilung im Landesparlament berücksichtigt, wenn mindestens eine Kandidatin oder ein Kandidat der Partei ein Direktmandat erworben hat.

Zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses treten 34 Parteien auf Landes- oder Bezirksliste an und bewerben sich damit um die anteilsmäßige Verteilung der Sitze im Abgeordnetenhaus. Dazu zählen die großen Parteien SPD, Linke, Grüne, CDU, FDP und AfD.

( bee )