U-Bahn

U2 bleibt am Alexanderplatz noch monatelang eingleisig

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Fahrgäste warten am Montagmorgen am U-Bahnhof Alexanderplatz auf den Pendelverkehr der U2 zwischen Senefelderplatz und Klosterstraße.  

Fahrgäste warten am Montagmorgen am U-Bahnhof Alexanderplatz auf den Pendelverkehr der U2 zwischen Senefelderplatz und Klosterstraße.  

Foto: Norman Börner

Seit einem Monat ist ein Gleis der U2 am Alexanderplatz gesperrt. Jetzt ist klar: Der Pendelverkehr wird noch lange weitergehen.

Berlin. Fahrgäste auf der U-Bahn-Linie U2 brauchen weiterhin Geduld: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rechnen nicht vor dem kommenden Frühjahr damit, dass die Sperrung eines Gleises im Bereich des Alexanderplatzes aufgehoben werden kann, solange wird also auch der Pendelverkehr im 15-Minuten-Takt zwischen den Stationen Senefelderplatz und Klosterstraße weiterbestehen. Das berichtete BVG-Betriebsvorstand Rolf Erfurt am Rande einer U-Bahn-Präsentation am Freitag.

Wie berichtet ist es im Zusammenhang mit Bauarbeiten für ein Hochhaus des Immobilienentwicklers Covivio zu Gleisverschiebungen und Rissen im Tunnel gekommen; das Bauwerk hat sich dort um gut drei Zentimeter abgesenkt. Inzwischen ist Erfurt zufolge auch konstruiert, wie das passieren konnte. So hat sich eine eingezogene Wand zwischen Tunnel und der Baugrube, die für das Hochhaus ausgehoben wurde, verschoben; „dadurch ist Erdreich weggerutscht“, so Erfurt. Unter das Tunnelbauwerk soll demnach Flüssigbeton gespritzt werden, um den Gleisabschnitt, der sich abgesenkt hat, anzuheben.

U2: Risse im Tunnelbauwerk sollen zu einem späteren Zeitpunkt behoben werden

Das Vorgehen muss allerdings noch genehmigt werden, eine entscheidende Rolle spielt dabei die Bauaufsicht des Bezirks Mitte. Läuft das Genehmigungsverfahren zügig und funktioniert die Reparatur dann wie geplant, könnten im Februar 2023 die U-Bahnen wieder auf zwei Gleisen fahren, schätzte Erfurt.

Über die Sicherungsmaßnahmen hinaus müssen auch die Risse im Tunnelbauwerk noch behoben werden. Dies soll den aktuellen Plänen zufolge aber erst zu einem späteren Zeitpunkt geschehen und im Wesentlichen so, dass der U-Bahnbetrieb möglichst nicht erneut eingeschränkt werden muss. Und: Bei dem verbliebenen Gleis haben Experten die Standsicherheit bestätigt. Eine Vollsperrung des Abschnitts droht also immerhin nicht. Aufgrund des dennoch für die BVG entstandenen Schadens soll Covivio, basierend auf einer noch vor Baustart geschlossenen Vereinbarung, aber täglich eine fünfstellige Summe an das Verkehrsunternehmen zahlen.

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