RBB-Krise

RBB-Chefin will neues Honorierungssystem vorlegen

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So funktioniert die ARD

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Das System soll Anfang Dezember vorgelegt werden. Zudem kündigte sie die Reduzierung von außertariflichen Verträgen an.

Berlin.  Die Interims-Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Katrin Vernau, will Anfang Dezember dem Verwaltungsrat des Senders ein Honorierungssystem für außertarifliche Beschäftigte vorlegen. Darin soll transparent und mit nachvollziehbaren Kriterien aufgeführt werden, weshalb es sich um eine außertarifliche Stelle handelt. Das kündigte sie am Donnerstag in der Rundfunkratssitzung in Potsdam an. Zudem soll es eine transparente und einsehbare Vergütungssystematik für die betroffenen Angestellten geben. Sowohl Beschäftigte wie auch die Öffentlichkeit sollen die Möglichkeit haben, die Gehaltszahlungen nachvollziehen zu können.

Derweil hätten Vernau zufolge alle derzeit Beschäftigten mit einem außertariflichen Arbeitsvertrag ersatzlos auf ihre im Arbeitspapier vorgesehen Bonus-Zahlungen verzichtet. „Darin war nicht nachvollziehbar, wer wie viel Geld für welche Leistungen erhalten hat“, so Vernau weiter. Sie betonte auch, dass es künftig keine leistungsabhängige Boni-Zahlungen beim RBB geben werde. Der Verwaltungsrat hatte bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst, da das Bonus-System zu einer Art Inbegriff der Intransparenz beim Sender geworden war.

Noch in diesem Jahr soll Kassensturz vorgelegt werden

Während man an der Neuaufstellung arbeite, wolle man beim RBB auch die Anzahl der außertariflichen Verträge in dem ARD-Sender reduzieren. Damit wolle man darauf hinwirken, so Vernau, dass es im RBB im Vergleich zu anderen ARD-Häusern nicht mehr deutlich überproportional viele außertarifliche Stellen gebe. Im Oktober hatte die Interims-Intendantin in einer Sitzung im Abgeordnetenhaus Berlin von 27 außertariflich Beschäftigten beim Sender gesprochen.

Vernau will in diesem Jahr noch das Ergebnis des Kassensturzes beim RBB präsentieren. Dieser soll Aufschluss darüber geben, ob das zur Verfügung stehende Geld richtig eingesetzt wird und die Menschen in Berlin und Brandenburg tatsächlich erreicht werden. „Wenn es uns nicht gelingt, den Beitragszahlern dauerhaft ein wertvolles Programm anzubieten, dann sinkt unsere Legitimation und der finanzielle Druck wächst“, sagte Vernau.

Anfang Dezember soll sich RBB-Verwaltungsrat mit dem Digitalen Medienhaus befassen

Sie äußerte sich auch zum mittlerweile gestoppten Digitalen Medienhaus. Inmitten der Vorwürfe um die Vetternwirtschaft gegen die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger und den zurückgetretenen Sender-Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf kam nach und nach heraus, dass die Kosten immens gestiegen waren. Mittlerweile ist von mehr als 180 Millionen Euro die Rede. Vernau zufolge untersuche man derzeit die finanziellen Auswirkungen des Projekts. Genauer wolle man sich damit Anfang Dezember in einer Sitzung des Verwaltungsrats befassen.