Betrug

Senatorin Kreck verstärkt Kampf gegen Geldwäsche

Mit dem illegal erworbenen Geld werden oft Immobilien gekauft, um es zu waschen.

Mit dem illegal erworbenen Geld werden oft Immobilien gekauft, um es zu waschen.

Foto: Silas Stein / dpa

Die Task-Force Geldwäsche schult fast 400 Notarinnen und Notare. Sie sollen helfen, Verdachtsfälle aufzuklären.

Berlin. Ermittler haben in Berlin bis Ende September 43 Millionen Euro sichergestellt, die mutmaßlich illegal erworben wurden. Seit 2017 sind es 325 Millionen Euro. Damit die Hauptstadt zu keinem Geldwäscheparadies wird, sind jetzt insgesamt 400 Notarinnen und Notare geschult worden.

Wie die Senatsverwaltung für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung erklärt, wurden bei der Fortbildung die Erfahrungen der Task Force aus den vergangenen zwei Jahren vermittelt, um zu verhindern, dass Notariate für Geldwäsche missbraucht werden.

Um Geld zu waschen, werden meist Immobilien gekauft. Notariate sind von Gesetz wegen bei der Beurkundung von oft millionenschweren Immobilien- und Grundstücksgeschäften beteiligt. Ziel der präventiv eingerichteten Task Force ist es nach Angaben der Senatsjustizverwaltung daher, die Notariate für die vielfältigen Pflichten im Geldwäschegesetz (GwG) zu professionalisieren und so zur Aufklärung von Geldwäscheverdachtsfällen beizutragen.

Berlin nimmt Vorreiterrolle bei Bekämpfung von Geldwäsche ein

„Wir wenden in Berlin das Vermögensabschöpfungsrecht sehr konsequent an. Die Hauptstadt darf kein Geldwäscheparadies sein! Ich begrüße es deshalb sehr, dass sich so viele Notarinnen und Notare an der Fortbildung der Task Force Geldwäsche beteiligt haben und mit ihren Hinweisen in der Vergangenheit einen Anteil an der Sicherstellung kriminell erlangter Werte leisteten“, sagte Berlins Justizsenatorin Lena Kreck (Linke) und ergänzte: „Die Bekämpfung der Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität wird in den kommenden Monaten ein wichtiger politischer Schwerpunkt meiner Arbeit sein.“

Die Task Force steht unter der Leitung einer Richterin und ist bei der Notaraufsicht des Landgerichts Berlin angesiedelt. Sie wurde Anfang 2020 gegründet, damit Berlin beim Kampf gegen die Geldwäsche eine Vorreiter-Rolle einnimmt, heißt es.

Lesen Sie auch: