Wohnen in Berlin

WBM-Mieter können bald tropfenden Wasserhahn über App melden

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Über eine App sollen Mieter der Berliner Wohnungsbaugesellschaft WBM bald in ihren Wohnungen notwendige Kleinreparaturen melden können. Dazu zählt zum Beispiel auch ein tropfender Wasserhahn.

Über eine App sollen Mieter der Berliner Wohnungsbaugesellschaft WBM bald in ihren Wohnungen notwendige Kleinreparaturen melden können. Dazu zählt zum Beispiel auch ein tropfender Wasserhahn.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Die Berliner Wohnungsfirma arbeitet mit dem Start-up Convaise an digitalem Assistenten. Dafür gibt es nun Anerkennung aus der Branche.

Berlin.  Ein tropfender Wasserhahn, ein kaputter Lichtschalter oder ein verstopftes Waschbecken – notwendige Kleinreparaturen wie diese sollen Mieter des Berliner Wohnungsunternehmen WBM schon bald über eine App mitteilen können. Eine entsprechende Funktion solle in einen digitalen Assistenten, der in den nächsten Monaten vom dem Münchner Start-up Convaise entwickelt werde, integriert werden, teilte die WBM der Berliner Morgenpost mit.

Im August war die Kooperation der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mit dem Jungunternehmen aus der bayrischen Landeshauptstadt bekannt geworden. Damals hieß es, mit er Zusammenarbeit solle vor allem die Interaktion mit den Mietern vereinfacht werden. Gleichzeitig sollen sich auch für die WBM-Mitarbeiter selbst derzeit noch arbeitsintensive Prozesse verschlanken.

Auch die weiteren Kontaktmöglichkeiten bleiben für WBM-Mieter möglich

Ablaufen soll die Kommunikation mithilfe eines Chatbots. Neben dem sogenannten Kleinreparaturmanagement soll der digitale Helfer auch zwei weitere Funktionen übernehmen können: die Suche nach Gewerbeflächen und das Beantragen von Genehmigungen. Bei Veränderungen oder Umbaumaßnahmen in der Wohnung sowie bei der Haltung eines Hundes sei in den meisten Fällen eine Genehmigung des Vermieters nötig, so die WBM. Dieser Prozess solle durch Convaise digitalisiert und durch den Chatbot umgesetzt werden.

In fünf bis sechs Monaten soll der digitale Assistent entwickelt werden. Die weiteren Kontaktmöglichkeiten für die Mieterinnen und Mieter blieben aber bestehen, hieß es. Der Chatbot soll auch dazu beitragen, die WBM-Beschäftigten zu entlasten. Die Technik soll etwa dabei helfen, die Anfragen der Mieter zu qualifizieren und danach weiter bestehende Probleme dem Kundendienst der WBM zuarbeiten. Dadurch würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spürbar entlastet, da sich wiederholende Fragen und Problemstellungen bereits durch den Assistenten erledigt würden, so das Unternehmen.

Digitaler Assistent soll mehrsprachig sein

Derzeit sehen sich WBM-Mitarbeiter häufig mit unvollständigen Informationen über mögliche Schäden konfrontiert. „Eine Qualifizierung der Anfragen und Datenerhebung löst ein relevantes Problem für das Team, denn wenn Kund*innen unvorbereitet in einen E-Mail- oder telefonischen Austausch treten, fehlen oftmals wesentliche Informationen, die zur effizienten und schnellen Bearbeitung des Anliegens benötigt werden“, hieß es von der Wohnungsfirma.

Ein weiterer großer Vorteil sei die Mehrsprachigkeit des Assistenten. „Unsere Mieterschaft ist vielfältig und besteht aus Menschen der unterschiedlichsten Nationen. Aufgrund von Sprachbarrieren kann nicht jedes Problem gleich am Telefon gelöst werden. Dank der Mehrsprachigkeit des Assistenten können wir auch diesen Mieter*innen schnell helfen“, sagte WBM-Sprecher Matthias Borowski.

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Die WBM und Convaise hatten über „hubitation“, den Accelerator der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, zusammengefunden. Gemeinsam mit innovativen Lösungen von Start-ups und der Wohnungswirtschaft soll darüber das Wohnen von morgen auf den Weg gebracht werden. Die WBM ist die einzige Wohnungsbaugesellschaft Berlins, die bei dem Programm dabei ist.

Idee auf der Branchenmesse Expo Real ausgezeichnet

Noch vor der eigentlichen Umsetzung des Pilotprojekts gab es bereits eine erste Anerkennung aus der Branche: Für die Idee des digitalen Chatbots für die WBM wurde Convaise am Dienstag auf der Immobilienmesse Expo Real in München mit dem ersten Platz im „hubitation Innovation Contest“ prämiert. In der Jury saßen unter anderem Christian Lieberknecht, Geschäftsführer des GdW – Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, und Smart-City-Expertin Iris Belle, Professorin der Hochschule für Technik in Stuttgart.

Zur WBM gehören in Berlin rund 33.000 Mietwohnungen sowie Gewerbeflächen in einer Größenordnung von gut 300.000 Quadratmetern.