Gewalttat

Ukrainerin in Flüchtlingsheim erstochen: Ehemann in Haft

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Die Kriminaltechnik sicherte nach der Tat Spuren in der Flüchtlingsunterkunft an der Wollenberger Straße in Alt-Hohenschönhausen.

Die Kriminaltechnik sicherte nach der Tat Spuren in der Flüchtlingsunterkunft an der Wollenberger Straße in Alt-Hohenschönhausen.

Foto: Thomas Peise

Gegen den 50-Jährigen, der am Sonnabend seine Frau in einem Flüchtlingsheim erstochen haben soll, wurde Haftbefehl erlassen.

Berlin.  Der 50-Jährige, der am Sonnabend seine Ehefrau in einem Flüchtlingsheim an der Wollenberger Straße in Alt-Hohenschönhausen umgebracht haben soll, befindet sich in Untersuchungshaft. Am Sonntag wurde der Mann einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags erließ. Das Paar war am Vortag gegen 11.45 Uhr in Streit geraten, wobei der Ehemann seine Ehefrau getötet haben soll. Die Obduktion habe ergeben, dass die 44-Jährige an Stichverletzungen starb, wie die Berliner Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Die Polizei machte nach der Tat zunächst keine Angaben zur Todesursache.

Das Paar war mit ihren zwei gemeinsamen Kindern vor dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Nach Angaben des Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) wurden sie im Juni in Berlin registriert und lebten seither in der Unterkunft in Alt-Hohenschönhausen. Die Getötete war Ukrainerin, der Mann ist laut seines Verteidigers Ehssan Khazaeli georgischer Staatsbürger. Er habe sich gegenüber den Ermittlungsbehörden bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Die 2. Mordkommission des Landeskriminalamts ermittelt zu Hergang und Hintergründen der Tat. Neue Erkenntnisse gab es am Montag diesbezüglich jedoch noch nicht, wie es hieß. Ein Sprecher des LAF bestätigte jedoch Medienberichte, dass die beiden Töchter, sechs und 17 Jahre alt, die Tat mit ansehen mussten. Die ältere habe Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Einrichtung alarmiert, die sofort versucht hätten, das Leben der Frau zu retten – allerdings erfolglos. Der 50-Jährige wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen.

Gemeinsame Kinder wurden dem Jugendamt übergeben

Die beiden Töchter wurden in die Obhut des Jugendamtes gegeben und sollen nach Angaben des LAF-Sprechers zusammenbleiben können. Sie würden „nach dem schrecklichen Geschehen“ auch psychologisch betreut. Für Beschäftigte und Bewohner in der Flüchtlingsunterkunft gebe es ebenfalls psychologische Hilfsangebote, da auch für sie die die Vorkommnisse sehr belastend seien.

( mit dpa )