Mahsa Amini

Hunderte protestierten in Berlin gegen Mullah-Regime im Iran

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Unter den Demonstrierenden befanden sich auch Prominente wie die Schauspielerinnen Natalia Wörner (links) und Ursula Karven.

Unter den Demonstrierenden befanden sich auch Prominente wie die Schauspielerinnen Natalia Wörner (links) und Ursula Karven.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Hunderte Berlinerinnen und Berliner zeigten am Mittwoch am Brandenburger Tor Solidarität mit den unterdrückten Frauen im Iran.

Berlin. Um ein Zeichen gegen die Diktatur und Unterdrückung von Frauen im Iran zu setzen, haben sich am Mittwochabend zahlreiche Menschen am Brandenburger Tor in Berlin versammelt. Friedlich, aber deutlich emotional bekundeten sie ihre Solidarität mit den Opfern des Mullah-Regimes. Dabei hielten sie Schilder mit Aufschriften wie „Free Iran“ oder „I am Mahsa Amini“ hoch. Die 22-jährige Amini war am 16. September gestorben, nachdem sie in Teheran festgenommen wurde.

„Wir sind heute hier, um ein Zeichen zu setzen, wir sind heute hier, weil die Bilder, die uns aus dem Iran erreichen, besorgen“, sagte die Fernsehjournalistin und Kriegsreporterin Düzen Tekkal, deren Verein „Háwar.help“ zu der Demonstration aufgerufen hat. Dem gefolgt waren weit mehr als die ursprünglich gedachten 300 Teilnehmenden, sodass der Pariser Platz zur Stunde über und über mit Menschen gesäumt war, den die Polizei aus Sicherheitsgründen absperren musste.

Darunter fanden sich auch zahlreiche Prominente wie die Schauspielerinnen Natalia Wörner und Ursula Karven, die Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour sowie die Bundestagsabgeordnete der Union Dorothee Bär und Julia Klöckner. Immer wieder erklang dabei in Sprechchören auch das Motto der Veranstaltung: „Jin, Jiyan, Azadî – Frauen, Leben, Freiheit“.

Forderung: Parlament soll sich mit Vorgängen im Iran beschäftigen

Bereits ab dem Vormittag hatte es mehrere Solidaritätsdemonstrationen mit mehr als 100 Menschen am Brandenburger Tor und vor dem Reichstag gegeben. Dabei wurde unter anderem gefordert, dass sich das Parlament mit den Vorgängen im Iran befasst.

Der Bundestagsausschuss für Menschenrechte betonte in einer Erklärung am Mittwoch: „Wir sind entsetzt über die Geschehnisse und werden nicht tatenlos zusehen, wie berechtige Forderungen nach Einhaltung der Grundrechte (...) mit brutalster Gewalt beantwortet werden.“ Das Mullah-Regime kriminalisiere systematisch die Selbstbestimmung von Frauen. Man stehe hinter den Protesten und der Ausschuss unterstütze Pläne der Bundesregierung und Partner für gezielte Sanktionen.

Am Wochenende soll es weitere Demonstrationen in Berlin geben

In den vergangenen Tagen hatte es in Deutschland zahlreiche Proteste gegeben. Bei Demonstrationen verbrannten Frauen Kopftücher und schnitten sich als Zeichen des Protestes ihre Haare ab. Am Sonnabend sind in Berlin weitere Demonstrationen mit bis zu 4000 angemeldeten Teilnehmern geplant.

Mahsa Amini war am 13. September in Teheran von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes gegen die islamische Kleiderordnung festgenommen worden. Was genau mit ihr nach ihrer Festnahme geschah, ist unklar. Bekannt ist, dass sie ins Koma fiel und in einem Krankenhaus starb. Kritiker werfen der Polizei vor, Gewalt angewendet zu haben.

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