Berliner Kältehilfe

Energiekosten machen auch Berliner Kältehilfe zu schaffen

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Ab 1. Oktober nimmt die Berliner Kältehilfe wieder ihre Arbeit auf. Das Foto zeigt obdachlose Männer vor einem Pressetermin an den Räumen der Berliner Stadtmission.

Ab 1. Oktober nimmt die Berliner Kältehilfe wieder ihre Arbeit auf. Das Foto zeigt obdachlose Männer vor einem Pressetermin an den Räumen der Berliner Stadtmission.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Ab 1. Oktober startet die Berliner Kältehilfe mit rund 640 Plätzen. Angesichts der Energiekrise ist die bisherige Finanzierung aber zu niedrig.

Der Weg führt eine Treppe hinab in die Notübernachtung der Berliner Stadtmission in der unteren Etage der Lehrter Straße 68. Die Decke ist grau, eine metallene Lüftung schlängelt sich entlang. Am Boden stehen Biertische herum, Betten sind noch keine zu sehen.

Doch schon bald soll sich das ändern. Dann sollen hier bis zu 120 obdachlose Menschen einen Schlafplatz und warmes Essen erhalten. Das Angebot ist Teil der Berliner Kältehilfe, die in den kommenden Tagen ihre Arbeit wieder aufnimmt. Die steht aber angesichts der Energiekrise vor besonderen Herausforderungen.

Kältehilfe: Ab 1. November soll es 1000 Schlafplätze geben

Ab 1. Oktober sollen die ersten Notunterkünfte öffnen, stadtweit sollen 640 Schlafplätze für Obdachlose bereitstehen. Ab November sollen dann weitere Schlafplätze pro Nacht zur Verfügung stehen, Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sprach am Mittwoch von rund 1000 Plätzen. Der Senatorin zufolge sind die Plätze anonym von Oktober bis April nutzbar.

Welche Auswirkungen die gestiegenen Preise allerdings haben, zeigt sich in Friedrichshain-Kreuzberg, wo nach Angaben von Sozialbezirksstadtrat Oliver Nöll (Linke) rund ein Drittel der Schlafplätze entstehen sollen. Ein Großteil werde in der Traglufthalle an der Frankfurter Allee angeboten. „Wir müssen aber mit immens gestiegenen Energiekosten rechnen“, sagte er.

Berliner Kältehilfe ist unterfinanziert

Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost nannte er zusätzliche kalkulierte Kosten von rund einer Million Euro für die Traglufthalle. Die Finanzierung werde aber weiterhin nur mit 17 Euro pro Kopf und Nacht an Zuschüssen durch den Senat berechnet. Nötig wäre laut beteiligten Organisationen eher das Doppelte – auch weil das Angebot professioneller geworden sei.

Kipping räumte die Unterfinanzierung ein, sagte aber auch, dass sich die Senatszuschüsse in den vergangenen Jahren vervierfacht haben. Waren es im Jahr 2017 noch fünf Millionen Euro, seien es in diesem Jahr 22 Millionen Euro. „Aber auch diese Mittel müssten noch deutlich erhöht werden“, sagte Kipping.

Ab 1. Oktober soll auch die Hotline der Kältehilfe erreichbar sein: 030/34397140. Die Nummer ist täglich von 19 bis 23 Uhr erreichbar. Zudem ist ab 1. November der Wärmebus des Roten Kreuzes wieder im Einsatz, um etwa Kleidung und Schlafsäcke an Bedürftige zu verteilen. Die Senatorin kündigte zudem an, dass eine Quarantänestation eingerichtet werde.