Hauptstadtflughafen

Voller BER: Worauf Reisende sich einstellen müssen

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Reisende warten auf dem Flughafen "Willy Brandt" Berlin Brandenburg.

Reisende warten auf dem Flughafen "Willy Brandt" Berlin Brandenburg.

Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild

Ein langes Wochenende steht bevor. Am BER wird mit vielen Fluggästen gerechnet. Diese Tipps sollte man beachten.

Schönefeld .  Am Montag ist der Tag der Deutschen Einheit. Ein verlängertes Wochenende steht an. Viele nutzen die freien Tage, um zu verreisen. Für den Hauptstadtflughafen BER bedeutet das ein hohes Passagieraufkommen.

Mit rund 290.000 Passagieren von Freitag bis Montag rechne man, so der für den Betrieb verantwortliche Geschäftsführer, Thomas Hoff Anderson. Allein am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, würden demnach rund 75.000 Fluggäste über den Hauptstadtflughafen reisen.

„Das Reiseniveau hat nicht nachgelassen seit den Sommerferien“, bekräftigt der Pressesprecher Jan-Peter Haack. Letztes Wochenende war bedingt durch die Innotrans-Messe und den Berlin Marathon das Fluggastaufkommen besonders hoch. Und am verlängerten Wochenende rechne man mit einem vergleichbaren Niveau, nur geringfügig niedriger, sagte Haak.

Viele kommen für den 3. Oktober nach Berlin

„Viele besuchen die Hauptstadt zum Wiedervereinigungstag“, so der Pressesprecher. Außerdem werden Städte wie München, Frankfurt, Amsterdam und London vom BER aus angeflogen, eignen sich für Wochenendreisen.

Aber nicht nur Städtereisen, sondern auch der Mittelmeerraum, besonders Mallorca, sei beliebt. Durch den Tag der Deutschen Einheit verschiebe sich der gängige Geschäftsreiseverkehr auf Dienstag: „Am Montag wird es keinen großen Geschäftsreiseverkehr geben, sondern eher Family and Friends,“ so Haack.

Fluggäste sollten mindesten zweieinhalb Stunden vor Abflug am BER sein

Doch das erhöhte Passagieraufkommen führt zu Problemen: Am Marathon-Wochenende verpassten selbst Menschen, die schon vier Stunden vor Abflug am BER waren, ihren Flieger, wie die Berliner Zeitung berichtete. Auch Jan Dams, der am Montag dienstlich nach Wien musste, schaffte sein Flugzeug trotz ausreichendem Puffer nicht.

Um 9.40 Uhr stellte er sich an der Schlange zur Sicherheitskontrolle an. Mehr als eineinhalb Stunden später, um 11.20 Uhr, hatte er endlich die Sicherheitskontrolle passiert. Doch sein Flugzeug hatte bereits fünf Minuten früher ohne ihn abgehoben.

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Passagiere sollten zweieinhalb Stunden vor Abflug am BER sein

Um zu verhindern, den Flieger zu verpassen, sollten die Passagiere deswegen mindesten zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein, heißt es von Seiten des BER. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die 150 Minuten häufig nicht reichen.

Grund ist der Personalmangel. „Leider können wir lange Wartezeiten noch nicht ausschließen, auch wenn wir das gerne würden,“ so der Pressesprecher Haak. „Wir haben die Auswirkungen der Coronapandemie noch nicht hinter uns gelassen.“

Während im Januar und Februar die Reisewelle bedingt durch die aufgekommene Omikron-Variante noch sehr gering gewesen sei, „platzte im April, passend zu Ostern, der Knoten“, so Haak.

Tipps um Wartezeit am Flughafen BER zu verringern

Seitdem verwende man alle Anstrengungen darauf, Personal zu rekrutieren. Doch auch die Branche sei nicht vom Fachkräftemangel verschont. Zudem seien die Sicherheitsüberprüfungen, die vor Einstellung bei dem Flughafenpersonal durchgeführt werden, zeitintensiv. „Mittlerweile ist die Personaldecke wieder ausreichend, aber üppige Puffer gibt es keine.“

Deswegen ist der BER auf die Mithilfe der Fluggäste angewiesen. Auf dem Twitter-Account des Flughafens sind Tipps veröffentlicht, um Wartezeiten zu verringern. So wird empfohlen, online einzuchecken und das Gepäck am „Self Service Bag Drop“ selbst aufzugeben. Relativ neu ist der Service des „BER Runway“. Hier können sich Fluggäste 72 Stunden vor Abflug einen Slot für die Sicherheitskontrolle buchen und vermeiden somit Wartezeiten. „Das funktioniert sehr gut“, betont Pressesprecher Haak.

Flughafen BER: Das wird Fluggästen empfohlen

Vor der Reise

  • Dokumente: Bei der Fluggesellschaft, dem Reiseveranstalter oder auf den Seiten des Auswärtigen Amts über die Dokumente informieren, die zur Einreise in das Urlaubsland benötigt werden.Impf-, Genesenen- und Testnachweise sowie länderspezifische Einreiseformulare können weiterhin erforderlich sein.
  • Gepäck: Richtig packen und auf die Gepäckvorgaben der Fluggesellschaft für Handgepäck achten. Umpacken am Check-in oder bei der Sicherheitskontrolle verzögert den Prozess für alle.
  • Anreise planen: Die Anreise zum Terminal 1 und Terminal 2 ist identisch. Der Bahnhof direkt unter dem Terminal 1 und die Parkhäuser können für beide Abflugorte genutzt werden.
  • Anfahrtszeit: Bitte planen Sie ausreichend Zeit für die Anreise. Corona-bedingt kann es bei den Verkehrsbetrieben zu Einschränkungen und Ausfällen kommen. Vor der Abfahrt den Flugstatus prüfen.

Am Flughafen

  • Rechtzeitig vor Ort sein: Wenigstens zwei Stunden vor Abflug im Terminal sein.
  • Alles zur Hand haben: Reisedokumente sowie Einreisedokumente für das jeweilige Zielland am Check-in rechtzeitig bereithalten.
  • Zeit sparen: Self-Check-in nutzen, wenn die Fluggesellschaft diesen anbietet. Nach dem Check-in direkt zur Sicherheitskontrolle gehen. Die Kontrollstelle mit den kürzesten Wartezeiten werden vor Ort auf den Anzeigetafeln sowie in der App und auf der Webseite des Flughafens angezeigt. Fluggäste können Zeitslots für die Sicherheitskontrollen kostenlos online buchen. Für die Abfertigung dieser Passagiere hat die Flughafengesellschaft eine eigene Sicherheitsschleuse eingerichtet. Auf diese Weise sollen Wartezeiten für die Reisenden verringert werden. Die Fluggäste können die Slots zwischen 72 Stunden und bis zu einer Stunde - 1,5 Stunden bei Nicht-Schengen-Flügen - vor Abflug buchen. Sie haben jeweils zehn Minuten vor und nach dem ausgewählten Zeitpunkt Zeit, durch die Sicherheitskontrolle zu gehen.
  • Richtig warten: Wer Fluggäste zum Flughafen bringt oder abholt, wird gebeten vor dem Terminalgebäude zu warten. In der Kurzzeitparkzone „Kiss & Fly“ direkt vor dem Terminaleingang ist das Halten zum Ein- und Aussteigen zehn Minuten kostenfrei. Eine Stunde parken auf den terminalnahen Parkplätzen kostet fünf Euro und in den Parkhäusern sieben Euro.

Kontakt und Online-Services

  • Mitarbeiter der Fluggastinformation helfen vor Ort und telefonisch zum Ortstarif unter der 030 6091 6091 0.
  • Service-Informationen und weiterführende Reiseinformationen erhalten Passagiere ebenfalls über www.twitter.com/berlinairport sowie auf www.berlin-airport.de
  • Informationen gibt es auch über die Berlin Airport App (Android, Apple).

Flughafen BER: Es wird immer mehr gereist

Generell wird über Schönefeld mehr und mehr gereist. "Die aktuellen Fluggastzahlen sind erfreulich hoch. Wir sehen je nach Wochentag zwischen knapp 60.000 bis zu 80.000 Passagiere", hieß es vom Geschäftsführer. "Das hat sicher auch damit zu tun, dass Messen wie die Innotrans und große Events wie der Berlin-Marathon wieder mit viel Publikum stattfinden." Während der Corona-Krise war der Flugverkehr am BER nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.

Für das laufende Jahr rechneten die Betreiber zuletzt mit rund 17 Millionen Fluggästen – ungefähr die Hälfte des Niveaus von 2019, dem letzten Vor-Corona-Jahr.

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( dpa/JP )