Feuer

Brandserie in Neukölln reißt nicht ab

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Zum vierten Mal in eineinhalb Jahren brannte in der Miningstraße im Neuköllner Ortsteil Britz ein Platz mit Müllcontainern.

Zum vierten Mal in eineinhalb Jahren brannte in der Miningstraße im Neuköllner Ortsteil Britz ein Platz mit Müllcontainern.

Foto: Privat

20 Mal hat es seit Oktober 2021 gebrannt. In der Nacht zu Freitag standen Container in Flammen. Die Anwohner sind in Sorge.

Berlin.  Und schon wieder hat es gebrannt: Zum vierten Mal binnen eineinhalb Jahren stand in der Nacht zu Freitag ein Müllplatz mit 17 Müllcontainern an der Neuköllner Miningstraße in Flammen. Der Schaden beläuft sich mittlerweile auf 16.000 Euro. Anwohner haben Angst, dass das Feuer auf die Häuser übergehen könnte.

„Es ist ein riesiger Aufwand, den Platz reinigen zu lassen und neue Müllcontainer zu bestellen“, sagt ein Anwohner, der den Müllplatz verwaltet, „und eine enorme Belastung für die Anwohner“. Nicht nur aufgrund der giftigen Stoffe, die durch die Verbrennung des Kunststoffes freigesetzt würden. Während des Brandes fing auch eine Hecke Feuer. Es könne passieren, so der Anwohner, dass die Flammen auf die Einfamilienhäuser übergehen. Dass noch niemand zu Schaden gekommen sei, sei schon fast ein Wunder.

Aber auch in der Kasse der 56 Wohneinheiten, die den Müllplatz nutzen, macht sich das bemerkbar. „Von den 16.000 Euro, die vor zwei Jahren da waren, sind nur noch vier übrig“, weiß der Verwalter. Nach der Reinigung, der Bestellung neuer Container sowie der Pflanzung einer neuen Hecke sei nichts mehr da. „Die Anwohner werden neben der monatlichen Gebühr einmalig 200 Euro zahlen müssen“, schätzt er.

Brand auf Müllplatz in Hufeisensiedlung ist eine Vorsatztat

Bei den Taten in der Hufeisensiedlung des Ortsteils Britz handelt es sich nicht um einen „dummen Jungenstreich“, da ist sich auch das Landeskriminalamt sicher. Man gehe von einer Vorsatztat aus, heißt es. Es wurde nämlich Brandbeschleuniger benutzt.

Aus diesem Grund hat das Landeskriminalamt nach dem Brand im Juni eine Kamera installiert, um endlich den oder die Täter zu finden. „Die Kamera wurde Donnerstagnachmittag wieder abmontiert, weil nichts passiert ist. Dann der Brand ein paar Stunden später. Das kann doch kein Zufall sein“, sagt der Anwohner. „Hier läuft ein Irrer rum, der endlich aufgespürt werden muss“. Das Landeskriminalamt ermittelt weiter.

Hufeisensiedlung steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes

Die Hufeisensiedlung, offiziell Großsiedlung Britz, wurde zwischen 1925 und 1931 maßgeblich vom damaligen Stararchitekten Bruno Taut insbesondere für Arbeiter errichtet. Die vielen kleinen bunten Wohnhäuser mit ihren großzügigen Gärten stehen nicht nur unter Denkmalschutz, sondern seit 2008 neben fünf anderen Siedlungen der Berliner Moderne auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Insgesamt 20 Mal haben Brandstifter seit dem 29. Oktober 2021 in der Hufeisensiedlung und darum Feuer gelegt. Es brannten Autos, Planen, Altkleider- und zuletzt immer wieder und in immer kürzeren Abständen Müllplätze. Die Anwohnerinnen und Anwohner fürchten sich, gerade die Älteren würden nachts kein Auge mehr zukriegen, heißt es in der Nachbarschaft.

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