Gesundheit

Ärzte warnen wegen hoher Kosten vor Belastung in Praxen

Stethoskope hängen im Behandlungszimmer einer Hausarztpraxis.

Stethoskope hängen im Behandlungszimmer einer Hausarztpraxis.

Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa/bb). Die Kassenärzte in Brandenburg schlagen angesichts der erwarteten Kostensteigerung für die Krankenhäuser auch für die Praxen Alarm. Die mangelhafte Finanzierung der Kliniken dürfe nicht auf Kosten der ebenfalls unterfinanzierten ambulanten Medizin erfolgen, warnte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Peter Noack, am Freitag. Im ambulanten und stationären Bereich gebe es mit Personal- und Nachwuchsmangel und enormen Betriebskostensteigerungen die gleichen Probleme. Die Finanzierung müsse deshalb in beiden Breichen gesichert sein. Eine moderne und energieintensive Gerätemedizin etwa gehöre heute zur Grundausstattung vieler Praxen und Kliniken, führte Noack an.

Zudem forderte der KVBB-Vorsitzende eine dauerhafte Finanzierung von innovativen Konzepten, damit defizitäre Krankenhausstandorte nicht geschlossen werden müssen, sondern in bedarfsgerechten ambulantstationären Strukturen als Gesundheitsstandorte erhalten bleiben.

Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft werden Kliniken in Brandenburg in Zahlungsschwierigkeiten kommen, wenn der Bund angesichts der Kostensteigerung keine schnelle Nothilfe leistet. In diesem Jahr noch drohten Liquiditätsengpässe bei dem ein oder anderen Krankenhaus, dies werde sich aber vor allem im kommenden Jahr zeigen, hatte der Vorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg (LKB), Detlef Troppens, am Donnerstag in Potsdam gesagt.

Energiekrise und Inflation, aber auch schwer stemmbare Investitionen gefährdeten die Kliniken. «Kurzfristig brauchen wir einen Inflationsausgleich, damit es nächstes Jahr nicht zur Pleitewelle kommt», so Troppens. Auch Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte, der Bund müsse sehr schnell helfen.