Verhandlungen

Metall-Tarifrunde beginnt ohne Annäherung

Die Temperatur von flüssigem Eisen wird von Arbeitern in einer Eisengießerei kontrolliert.

Die Temperatur von flüssigem Eisen wird von Arbeitern in einer Eisengießerei kontrolliert.

Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Berlin (dpa/bb). Für die 100.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Brandenburg und Berlin hat eine neue Tarifrunde begonnen. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall verlangte in der ersten Verhandlungsrunde am Mittwoch acht Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Es gab nach ihren Angaben aber keine Annäherung. Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg nannte die Gewerkschaftsforderung «ein Ding der Unmöglichkeit». «Angesichts weiter steigender Energiekosten stehen zahlreiche Unternehmen mit dem Rücken zur Wand.»

Die Tarifverhandlungen der Branche mit bundesweit vier Millionen Beschäftigten werden in mehren Bezirken regional geführt. In der Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk in Westdeutschland vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen. In Berlin und Brandenburg steht die nächste Runde am 6. Oktober an.

«Die hohen Preissteigerungen belasten die Beschäftigten so stark wie seit Jahrzehnten mehr», bemerkte IG-Metall-Bezirksleiterin Irene Schulz. «Viele wissen nicht mehr, wie sie im Winter ihre Rechnungen bezahlen sollen.» Notwendig sei ein Tarifabschluss, der die Kaufkraft stärke.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber in Berlin und Brandenburg, Stefan Moschko, äußerte Verständnis dafür, dass die steigenden Preise auch die Beschäftigten in eine schwierige Lage brächten. «Doch die Tarifpolitik kann dieses Problem nicht lösen», hob Moschko hervor. Jetzt müssten die Firmen stabilisiert und Arbeitsplätze gesichert werden.