Demo in Berlin

Fridays for Future: Zehntausende demonstrieren in Berlin

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Miriam Schaptke

36.000 demonstrierten nach Angaben von „Fridays For Future“ im Rahmen des „Globalen Klimastreiks“ in Berlin für Klimagerechtigkeit.

„Streik in der Schule, Uni und Fabrik, das ist unsere Antwort auf eure Politik!“ wurde am Freitag von der Bühne im Berliner Invalidenpark gerufen und von der demonstrierenden Menge erwidert. Eine Gruppe Kindergartenkindern mit bunten, selbstgebastelten Plakaten in den Händen skandierte „Klimaschutz“. Seifenblasen tanzten durch die Luft.

Die Klimagerechtigkeitsbewegung „Fridays for Future“ (FFF) hatte am Freitag zum „Globalen Klimastreik“ unter dem Motto „Pople not Profit“ (Menschen statt Profit) aufgerufen. 36.000 Teilnehmende waren nach Angaben der Organisatoren zu den Kundgebungen und der Demonstration in Berlin gekommen. 8000 Teilnehmende waren ursprünglich angemeldet.

„Wir fordern 100 Milliarden Euro von der Bundesregierung für Klima und Sicherheit, für den Wandel zu einer klimaneutralen und sozialgerechten Gesellschaft“, sagte die „Friday-For-Future“-Pressesprecherin Darya Sotoodeh.

Luisa Neubauer begrüßte zum elften „Globalen Klimastreik“

Ein Plakat mit der Aufschrift „Dinosaurier dachten, auch sie hätten Zeit“ ragte aus der Menge. Vor allem viele Schülerinnen und Schüler seien zum Globalen Klimastreik gekommen, so die Organisatoren. Von der 4D der Berliner Grundschule Koppenplatz, Standort Bergstraße, waren Elisa, Ada und Emma dabei. Sie gingen für ihre Zukunft, die Zukunft ihrer Kinder und die Zukunft der Tiere auf die Straße, erzählten sie. Doch auch viele ältere Menschen hatten sich unter die protestierende Menge gemischt.

Die Aktivistin Luisa Neubauer begrüßte zum elften „Globalen Klimastreik“. „Mir fehlen zunehmend die Worte für das, was auf der Welt passiert. Sie ist hier, die Zukunft der Klimakatastrophe.“ Nicht die Radikalisierung der Klimabewegung müsse man fürchten, „die Radikalisierung, vor der wir Angst haben müssen, ist die Erde, wie sie uns um die Ohren fliegt“, so Neubauer. Eine andere Zukunft sei möglich, endete sie ihre Rede.

Autor Mac-Uwe Kling sprach bei der Kundgebung

Neben „Fridays-For-Future“-Rednern trat außerdem Autor Marc-Uwe Kling („Die Känguru-Chroniken“) auf. „Klimaproteste sind wie unregelmäßige Verben, man muss sie ständig wiederholen, damit sie verstanden werden“, sagte er. Musikalisch sorgte unter anderem der Rapper CONNY für Stimmung, bevor sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte.

Die Demonstrationsroute zog durch das Regierungsviertel und endete wieder im Invalidenpark, wo erneut Kundgebungen und Musik-Acts folgten. Diesmal trat die Berliner Band „Von Wegen Lisbeth“ und die Sängerin Alli Neumann auf.

Nach Angaben einer „Fridays-For-Future“-Sprecherin verlief alles wie geplant und ohne Zwischenfälle. Man freue sich über die vielen Teilnehmenden, nicht nur in Berlin. Die Polizei war mit 330 Polizisten im Einsatz und berichtete von Farbbeutelwürfen auf Höhe der FDP-Bundesparteizentrale in der Reinhardtstraße, die das Gebäude sowie Einsatzkräfte trafen.

„Fridays For Future“ fordert 100 Milliarden schweres Sondervermögen für Klima und Sicherheit

„Fridays For Future“ fordert die Einsetzung eines 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögens für Klima und Sicherheit. So soll eine sozialgerechte Energiewende, eine grundlegende Verkehrswende und internationale Klimagerechtigkeit finanziert werden. Dafür wird der Ausstieg aus fossiler Energie und Atomkraft, ein bezahlbares Bus- und Bahnangebot, eine gezielte Entlastung von Menschen mit niedrigem Einkommen und die Unterstützung des Globalen Südens gefordert. Unterstützt werden sie von Organisationen wie „Greenpeace“, „Amnesty International“, „World Wide Fund For Nature” (WWF) und dem “Naturschutzbund” (NABU).