Berlin Marathon

Berlin-Marathon: Weltoffenheit, Toleranz, Akzeptanz

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Berlin-Marathon-Strecke 2022

Berlin-Marathon-Strecke 2022

Foto: Foto: C. Schlippes, B. Ackermann-Reiche

Mehr als 45.000 Läuferinnen und Läufer aus 157 Nationen gehen am Sonntag beim Berlin-Marathon an den Start.

Berlin.  Nach dem pandemiebedingten Ausfall 2020 und der durch Corona erzwungenen kleineren Ausgabe des Berlin-Marathons 2021 kehrt der „BMW Berlin-Marathon“ in seiner 48. Auflage am kommenden Wochenende mit einem Rekord zurück. „Für den Berlin-Marathon am kommenden Sonntag haben sich 45.527 Läuferinnen und Läufer gemeldet“, sagte Jürgen Lock, Geschäftsführer vom Veranstalter SCC Events. „Es haben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 157 Nationen angemeldet. Das ist neuer Rekord.“

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Das sei ungefähr das Niveau, das man 2019 vor der Corona-Pandemie hatte. Lock nannte das ein Zeichen „für die Normalität in der Laufszene.“ Mit Blick auf tausende Läuferinnen und Läufer aus der ganzen Welt sprach Lock auch davon, dass der Berlin-Marathon vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine ein Zeichen von „Weltoffenheit, Toleranz und Akzeptanz“ sei und verwies auf den kürzlich erfolgten Beitritt zum Bündnis gegen Homophobie sowie auf die Deutschen Para-Meisterschaften im Marathon, die im Rahmen des Events ausgetragen werden.

Am Wochenende werden nicht nur 45.527 Läuferinnen und Läufer, 4.153 Skater sowie 142 Rollstuhl-Athletinnen und Athleten und Handbiker erwartet. Etwa 8000 Schülerinnen und Schüler werden zudem beim „Mini-Marathon“ sowie ungefähr 1500 Kinder beim „Bambini-Lauf“ und dem „KidsSkating“ an den Start gehen. Des Weiteren starten am Sonnabendmorgen ungefähr 10.000 Sportlerinnen und Sportler beim „GENERALI Frühstückslauf“. Am Marathon-Wochenende werden demnach in Summe mehr als 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den verschiedenen Wettbewerben auf der Strecke sein.

Berlin-Marathon 2022: Spitzenläufer treffen am Sonntag aufeinander

In diesem Jahr erfolgt der Auftaktlauf am ehemaligen Flughafen Tempelhof, wo ab Donnerstag auch die Sport-Messe Marathon-Expo stattfindet. Zur Messe werden etwa 120.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Corona-Beschränkungen wie in den vergangenen Jahren wird es nicht mehr geben. Im Start- und Zielbereich müssen keine Mund-Nase-Masken mehr getragen werden. Lediglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln sind Masken noch Pflicht.

Auch die Spitzensportler treffen am kommenden Wochenende wieder an der Spree aufeinander. Star des Laufes ist der zweimalige Olympiasieger Eliud Kipchoge aus Kenia. Der 37-Jährige hatte 2018 in Berlin den Weltrekord von 2:01:39 Stunden über die 42,195 Kilometer aufgestellt. Auf der weltweit schnellsten Marathonstrecke trifft er auf den Gewinner des „BMW Berlin-Marathons“ 2021 Guye Adola aus Äthiopien. Unterstützt werden die Spitzensportler und Freizeitathleten wieder von unzähligen Musikern und Bands entlang der Strecke. Etwa 170 Musiker und Musikgruppen haben sich bereits angemeldet.

Millionen für die Berliner Wirtschaft

Neben den sportlichen Rekorden kann sich auch die Berliner Wirtschaft wieder auf sprudelnde Einnahmen freuen. 2018 gab es einer Untersuchung zufolge eine Wertschöpfung durch den Berlin-Marathon in Höhe von 380 Millionen Euro. Diese wird besonders den Hotels und der Gastronomie zugute kommen. Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Christian Andresen - der in diesem Jahr seinen ersten Marathon läuft - spricht von einem enorm großen und wirtschaftlich wichtigen Faktor für die Stadt und die Branche und einer wichtigen Imageveranstaltung für die Marke Berlin.

Neben den wirtschaftlichen und sportlichen Aspekten setzt der Veranstalter SCC Events auch auf Nachhaltigkeit und den ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt. Der SCC Events kooperiert hierfür mit der Umweltorganisation WWF. „Unser Anspruch ist, weiterhin Standards zu entwickeln, die für aktive sportliche Großereignisse übertragbar sind“, sagt Lock und verweist auf das kostenfreie BVG-Ticket für alle Teilnehmenden, das in diesem Jahr erstmals an allen Veranstaltungstagen von Donnerstag bis Sonntag gültig ist.

Auch die Themen Müllvermeidung, -trennung und Recycling haben einen hohen Stellenwert. Trinkbecher aus Recyclingmaterial kommen ebenso zum Einsatz wie Refill-Stationen für Trinksysteme. Die Wärmefolien aus recyceltem Material werden nach Gebrauch in einer eigenen Ballenpresse unmittelbar vor Ort gepresst und dem Hersteller als Rohstoff für neue Folien zur Verfügung gestellt. „Auch vor dem Start abgelegte Kleidung wird gesammelt, gesichtet und an die Berliner Stadtmission übergeben“, zählt Lock ein weiteres Beispiel auf.

Verkehrsbehinderungen in der Stadt

Das Lauf-Event wird in ganz Berlin für erhebliche Verkehrseinschränkungen sorgen - nicht nur an den Wettkampftagen, sondern bereits im Vorfeld. Schon seit Montag, den 19. September 2022, ist die Straße des 17. Juni seit 6 Uhr zwischen der Yitzhak-Rabin-Straße und dem Brandenburger Tor gesperrt. Diese Sperrung wird bis Dienstag, 27. September, ungefähr bis Mitternacht aufrechterhalten. Ab Mittwoch, den 21. September, wird die Sperrung der Straße des 17. Juni ab 6 Uhr bis zum Großen Stern ausgeweitet und umfasst dann auch die Yitzhak-Rabin-Straße.

Am Freitag wird das Gebiet rund ums Brandenburger Tor einschließlich der Ebertstraße zwischen Behrenstraße und Scheidemannstraße ab 4 Uhr sowie zusätzlich ab 18 Uhr der Bereich zwischen Bundeskanzleramt und Reichstag sowie die John-Foster-Dulles-Allee gesperrt. Diese Sperrungen gelten bis Montagmorgen, ungefähr 6 Uhr. An den beiden Veranstaltungstagen Sonnabend und Sonntag werden 500 beziehungsweise 700 Polizistinnen und Polizisten entlang der Strecke im Einsatz sein.