Auszeichnung

Giffey verleiht Ernst-Reuter-Plakette an Künstlerehepaar

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Rebekka Stauber
Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey verleiht die Ernst-Reuter-Plakette an Jutta und Witiko Adler.

Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey verleiht die Ernst-Reuter-Plakette an Jutta und Witiko Adler.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Franziska Giffey (SPD) hat das Künstlerehepaar Jutta und Witiko Adler mit der Ernst-Reuter-Plakette ausgezeichnet.

Berlin.  Ihr Leben lang organisierten sie Konzerte und holten Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt in die Hauptstadt – nun erhielten sie die Ernst-Reuter-Plakette. Am Freitag im Festsaal des Roten Rathauses überreichte Regierende Bürgermeisterin von Berlin Franziska Giffey (SPD) dem Ehepaar Jutta und Witiko Adler die – nach der Bürgerehrenwürde – höchste Auszeichnung Berlins. „Sie haben Großes für Berlin geleistet. Sie haben auf ihrem Gebiet Entscheidendes zum Renommee unserer Stadt als internationale Kultur- und auch Musikmetropole beigetragen – und tun das bis heute“, sagte Giffey bei der Begrüßungsrede.

Die Ernst-Reuter-Plakette ist eine versilberte Bronzeplakette mit dem Portrait Ernst Reuters, dem Regierender Bürgermeister 1948 in den Westsektoren Berlins. Die Medaille zeichnet Persönlichkeiten für kommunale, wissenschaftliche, wirtschaftliche, politische aber auch – wie in diesem Falle – künstlerische Verdienste aus: Jutta und Witiko Adler gelang es, bedeutende jüdische Künstlerinnen und Künstler – durch Krieg und Holocaust vertrieben – nach Berlin zurückzuholen. Sie trugen zum Start mehrerer Weltkarrieren bei, unter anderem der Geigerin Anne Sophie Mutters. Sie betreuten und vermittelten Künstlerinnen und Künstler und organisierten Konzerte – sogar ganze Tourneen. „Und wissen Sie, ganz ehrlich: Mir ist es unvorstellbar, wie Sie das alles ohne Smartphone geschafft haben – wirklich wahr!“ sagte Giffey bei der Laudatio.

Jutta Adler: „Nicht lange reden, sondern machen“

Die Konzert-Direktion des Ehepaars ist mittlerweile 104 Jahre alt und gilt als die älteste der Welt. Mit gerade einmal 20 Jahren übernahm Witiko nach dem Tod seines Vaters, Hans Adler, 1948 das Unternehmen. 1985 kam seine Frau Jutta dazu. Seitdem bringen sie berühmte Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt auf die Bühne der Berliner Philharmonie und des Kammermusiksaals.

Die Preisverleihung im Roten Rathaus wurde von insgesamt drei Beiträgen des Klavierduos Alina und Nikolay Shalamov umrandet – sie spielen Schubert, Mozart und Ravel.

Nach der Preisübergabe hielt die russische Pianistin Elena Bashkirova, deren Familien eine 50-jährige Freundschaft verbindet, die Festrede: „Wir gratulieren vom ganzen Herzen zu dieser Auszeichnung!“ sagte Bashkirova, bevor sie das Ehepaar umarmte. Jutta Adler bedankte sich mit einer Rede für den Preis und verriet ihr Erfolgsgeheimnis: „Nicht lange darüber reden, sondern machen!“