Nahverkehr in Berlin

9-Euro-Ticket: Jeder Dritte nutzte Angebot regelmäßig

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Nach drei Monaten läuft zum September das 9-Euro-Ticket in Deutschland aus. Fahrgastaufkommen so stark wie vor der Pandemie.

Berlin. An diesem Wochenende besteht zum letzten Mal die Möglichkeit, einen Ausflug mit dem 9-Euro-Ticket zu unternehmen. Mitte kommender Woche endet das Angebot für den preisgünstigen Nahverkehr nach drei Monaten. Viele Käufer haben nach eigenen Angaben das Auto durch Bus und Bahn ersetzt. 31 Prozent der Erwachsenen nutzten die Aktionsfahrkarte häufig auf Strecken, die sie sonst im Auto zurückgelegt hätten, ergab eine Yougov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur.

Weitere 18 Prozent gaben an, sogar immer das Auto durch den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) ersetzt zu haben. Dagegen bekannte ein Viertel der Befragten, dass das bei ihnen nie der Fall gewesen sei. 22 Prozent fuhren demnach mit dem rabattierten Fahrschein nur selten auf Strecken, auf denen sie sonst im Auto unterwegs gewesen wären. 28 Prozent der Deutschen haben nach der Umfrage mindestens einmal ein Neun-Euro-Ticket gekauft. Weitere 22 Prozent hatten bereits ein Abo für den Nahverkehr und kamen in den Genuss eines entsprechenden Rabatts.

BVG hat 3,3 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft

Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind seit drei Monaten nahezu wieder so voll wie vor Corona. Das Unternehmen führte das auf das 9-Euro-Ticket zurück, das seit Juni erhältlich ist und Ende August ausläuft.

„Das 9-Euro-Ticket wurde insgesamt sehr gut angenommen“, teilte das Unternehmen am Sonnabend mit. Es hat nach einer vorläufigen Bilanz in der Stadt 3,3 Millionen Tickets verkauft. Dadurch habe die Fahrgastnachfrage im Durchschnitt der drei Monate bei 94 Prozent des entsprechenden Zeitraums 2019 gelegen. Im Mai seien es noch 80 Prozent gewesen.

9-Euro-Ticket: BVG will ermitteln, wie viele Fahrgäste ihr Auto stehen ließen

"Das Ticket wurde insbesondere in den Nebenzeiten genutzt, also zum Beispiel zum Einkaufen, in der Freizeit und für Ausflüge", bilanzierte die BVG. Es habe aber auch zu den Spitzen-Pendlerzeiten mehr Fahrgäste als im Mai dieses Jahres gegeben. Bis Mitte September will die BVG ermitteln, wie viele Fahrgäste wegen der günstigen Monatskarte ihr Auto stehen ließen.

BVG-Chefin Eva Kreienkamp hob hervor, dass das Ticket nicht nur günstig, sondern vor allem leicht verständlich war. "Einfach gestaltete Ticketsysteme müssen daher eine Maßgabe bei allen Überlegungen zu neuen Angeboten sein", sagte sie mit Blick auf die Diskussionen über Nachfolgelösungen. "Die drei Monate haben den Nahverkehr in den Fokus gerückt", sagte Kreienkamp. Er müsse nun langfristig attraktiv gestaltet werden.

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( BM/dpa )