RBB-Affäre

Bonus-System beim RBB soll gestoppt werden

| Lesedauer: 2 Minuten
Die Geschäftsleitung des RBB will in diesem Jahr keine zusätzlichen Bonus-Zahlungen mehr in Anspruch nehmen.

Die Geschäftsleitung des RBB will in diesem Jahr keine zusätzlichen Bonus-Zahlungen mehr in Anspruch nehmen.

Foto: Carsten Koall / dpa

RBB-Intendant Hagen Brandstäter kündigte das Ende der Zahlungen an. Bezüge von Schlesinger hält der RBB weiterhin unter Verschluss.

Berlin.  Die Bonus-Zahlungen beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sollen gestoppt werden. Das kündigte der geschäftsführende Intendant Hagen Brandstäter an. Wie aus einem Bericht des RBB hervorgeht, werde die Geschäftsleitung in diesem Jahr keine zusätzlichen Zahlungen in Anspruch nehmen. „Wir sind uns in der Geschäftsleitung einig, dass dieses System der leistungsorientieren Vergütung für die Führungskräfte (…) keine Zukunft mehr hat“, so Brandstäter. Man wolle mit dem Verwaltungsrat, der das Kontrollgremium der Geschäftsleitung ist, um eine Prüfung bitten, das System nicht weiter zu führen. Zudem kündigte Brandstäter an, dass die „variablen Gehaltsbestandteile“ diskutiert werden sollen.

Am Mittwoch hatte die RBB-Geschäftsleitung auf den öffentlichen Druck reagiert und ihre Gehälter und Bonuszahlungen offengelegt. Wie der RBB berichtete, wurden die Grundgehälter der Direktoren und die „leistungsorientierten Vergütungen“ im Intranet des RBB beziffert.

RBB-Intendant Hagen Brandstäter verdient mindestens 230.000 Euro

So soll der amtierende RBB-Intendant Hagen Brandstäter 230.000 Euro Grundvergütung erhalten. Hinzu kommt die Zahlung aus einem variablen Bonussystem in Höhe von 30.738 Euro in dem Geschäftsjahr 2021/2022. Auch die Gehälter der juristischen Direktorin, des Programmdirektors sowie des Produktions- und Betriebsdirektor wurden aufgeführt. Sie liegen zwischen 196.000 Euro und 215.425 Euro. Ihre Boni belaufen sich zwischen 30.000 und 40.000 Euro.

Die Bezüge der ehemaligen Intendantin Patricia Schlesinger hält der RBB aber weiterhin unter Verschluss. Sie soll zunächst 261.000 Euro pro Jahr verdient, aber im Jahr 2021 soll das Grundgehalt auf 303.000 Euro erhöht worden sein. Wie das Online-Portal Business-Insider schreibt, soll sie fast 100.000 Euro mehr an Bezügen bekommen haben als offiziell angegeben.

Ilse Aigner sieht in der RBB-Affäre eine Belastung für alle ARD-Sender

Am Donnerstag äußerte sich auch die Verwaltungsratschefin des Bayerischen Rundfunks (BR), Ilse Aigner zur RBB-Affäre. Sie sieht in der RBB-Spitze eine Belastung für alle ARD-Sender. „Mich bedrückt schon sehr, dass diese Vorgänge beim RBB insgesamt für einen schlechten Eindruck der ARD-Anstalten sorgen“, sagte die Vorsitzende des BR-Kontrollgremiums und bayerische Landtagspräsidentin der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Blick auf die Vorwürfe von Vetternwirtschaft auf Führungsebene beim RBB betonte Aigner für den BR: „Ich wüsste keinen Fall. Bei einem Verdacht sind die interne Revision und der externe Ombudsmann immer ansprechbar.“ Der seit 2011 tätige Ombudsmann soll vertrauliche Informationen etwa zu Korruption und anderen Verstößen gegen den Verhaltenskodex entgegennehmen und dabei Anonymität garantieren.

( mit dpa )