Polizei Berlin

Innenverwaltung hält an Tasern bei Polizei fest

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Taser werden seit 2017 testweise bei der Berliner Polizei eingesetzt.

Taser werden seit 2017 testweise bei der Berliner Polizei eingesetzt.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Es gebe keine Absage an den Taser, sagt Innensenatorin Spranger. Noch am Mittwoch hieß es, die Geräte stünden vor dem Aus.

Berlin.  Die Senatsinnenverwaltung reagiert mit Unverständnis auf die Meldung von Mittwoch, dass die Berliner Polizei künftig keine Elektroschocker mehr verwenden soll. „Es gibt keine Absage an den Einsatz des Tasers“, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). „Wir fangen jetzt schon an mit der Evaluierung und werden dann über eine künftigen Einsatz des Tasers entscheiden“, so Spranger weiter.

Zuvor hieß es aus Kreisen der Opposition, dass die Taser vor dem Aus stehen und abgeschafft werden sollen. Dem erteilte die Innenverwaltung nun eine Absage. Im Dezember ende lediglich der fast fünfeinhalbjährige Probebetrieb.

Die sogenannten Distanz-Elektroimpulsgeräte (DEIG) werden bereits seit 2001 vom Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei benutzt. Im Februar 2017 begann der Probelauf auch für den Streifendienst auf drei Polizeidienststellen – den Abschnitten 53 und 57 sowie der Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) der Direktion 5.

Befürworter sehen im Taser Alternative zur Schusswaffe

Die DEIG verschießen kleine Pfeile mit Widerhaken, die in den Körper eindringen. Über Drähte wird ein Elektroimpuls von 50.000 Volt übertragen, der die Zielperson handlungsunfähig macht. Befürworter sehen in den Geräten eine Alternative zur Schusswaffe, deren Einsatz mitunter tödlich endet – gerade bei suizidgefährdeten Angreifern. Gegner befürchten die Gefahr von Herzproblemen oder Verletzungen beim Sturz.

Wie es nach der Testphase weitergeht, muss auf politischer Ebene entschieden werden. Aus der rot-grün-roten Koalition hat sich bislang einzig die SPD für den Einsatz ausgesprochen. Linke und Grüne stehen dem ablehnend gegenüber.

„Ich bin grundsätzlich skeptisch, weil es zu wenig Zahlen für eine valide Datengrundlage gibt“, sagt Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Tatsächlich wurden die Taser in den ersten drei Jahren des Probelaufs nur vier Mal eingesetzt. „Sie können ja grundsätzlich sinnvoll sein, aber ein flächendeckender Einsatz bei allen knapp 18.000 Vollzugsbeamten wäre nicht sinnvoll sondern Geldverschwendung“, so Franco weiter.