Neue Erhebung

Zecken-Alarm in Stadtparks - auch Fälle in Berlin

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Andreas Gandzior
Zecken richtig entfernen: So geht’s!

Zecken richtig entfernen: So geht’s!

Zecken sind bekanntermaßen Überträger von FSME oder Borreliose. Manchmal jedoch versagt der Zeckenschutz. Im Video wird erklärt, wie man Zecken richtig entfernt.

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Zecken können FSME übertragen. Mittlerweile kommen die Parasiten auch in Stadtparks vor. Im Vergleich steht Berlin aber noch gut da.

Berlin. Zecken sind inzwischen auch in der Stadt angekommen. Bei einer bundesweiten Erhebung haben Experten im Auftrag des Pharma-Unternehmens Pfizer 32 Stadtparks auf die Parasiten untersucht. Das Ergebnis: In fast jedem Park wurden sie fündig. Spitzenreiter waren dabei zwei Parks in Sachsen-Anhalt mit insgesamt 101 Zecken auf 300 Quadratmeter.

Auch in Berliner innerstädtischen Grünflächen wurden die Parasiten entdeckt, jedoch nur in geringer Anzahl. Auf einer Fläche von 300 Quadratmetern wurden fünf Zecken gefunden, in Brandenburg waren es 18. In Bremen fingen sie 85 Zecken, und auch in Hamburg (53 Zecken) und Mecklenburg-Vorpommern (46 Zecken) tummelten sich die Blutsauger.

Zum Einsatz kam beim Zeckenfang die klassische Flaggmethode. Dabei wird ein Flanelltuch über die bodennahe Vegetation gezogen. Aktive Zecken krallen sich bei Kontakt an der Unterseite der Flagge fest und können dann gezählt und gesammelt werden. Pro Stadtpark wurden mehrere so genannte Fahnenzüge durchgeführt.

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Zecken können gefährliche Krankheitserreger übertragen

Die Parasiten können gefährliche Krankheitserreger wie das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Die FSME ist eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die von Zecken übertragen wird. Folgen können dauerhafte gesundheitliche Schäden wie Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen sein.

Nach Meinung der Experten ist impfen der beste Schutz gegen FSME. Zeckenexperte Jochen Süss teilte mit: „Wer noch keinen Impfschutz hat, sollte jetzt zum Arzt gehen und sich zur FSME-Impfung beraten lassen.“ Mit einem schnellen Impfschema kann innerhalb weniger Wochen ein Schutz für die aktuelle Zeckensaison aufgebaut werden.

Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung für Personen in Risikogebieten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die in den sogenannten FSME-Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist mittlerweile mehr als 40 Prozent aller Stadt- und Landkreise als solche Gebiete aus. Die meisten dieser Regionen liegen in Süd- und Mitteldeutschland, aber auch im Norden und Osten Deutschlands kommen immer mehr Risikogebiete hinzu. Allein in diesem Jahr hat das RKI sechs neue Kreise in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen ausgewiesen.

Süss empfiehlt zusätzlich das Tragen langer Kleidung, das Benutzen von Anti-Zeckensprays und das gründliche Absuchen des eigenen Körpers nach einem Aufenthalt im Grünen, da die Parasiten noch weitere Krankheitserreger übertragen können.

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( mit dpa )