Ukraine-Krieg

Berlin schickt drei Müllfahrzeuge nach Kiew

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Andreas Gandzior
Zwei von drei gespendeten Betriebsfahrzeugen der Berliner Stadtreinigung (BSR) nach der Verabschiedung in die ukrainische Hauptstadt Kiew das Betriebsgelände der BSR.

Zwei von drei gespendeten Betriebsfahrzeugen der Berliner Stadtreinigung (BSR) nach der Verabschiedung in die ukrainische Hauptstadt Kiew das Betriebsgelände der BSR.

Foto: dpa

Drei Berliner Müllfahrzeuge sind am Montag als Spenden an die Stadt Kiew in die Ukraine gestartet.

Berlin.  Am Montagmorgen haben sich drei ausgemusterte Abfallsammelfahrzeuge der Berliner Stadtreinigung (BSR) auf den Weg in die Ukraine gemacht. Dabei handelt es sich um eine Spende der BSR an die Stadtverwaltung der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Fahrzeuge sollen in den nächsten Tagen in Kiew in den Dienst genommen werden.

Gegen 9.30 Uhr wurden die drei technisch überholten Lkw auf dem Betriebshof an der Ringbahnstraße in Tempelhof auf die Reise geschickt. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und BSR-Vorstandschefin Stephanie Otto verabschiedeten die drei BSR-Mitarbeiter, die die Abfallsammelfahrzeuge bis an die polnisch-ukrainische Grenze bringen werden.

„Das sind Sachen, die wirklich gebraucht werden“, sagte Giffey am Montag. Zielgenau in der Ukraine zu helfen, sei jetzt wichtig. Bei über 600 zerstörten Gebäuden und 200 Wohnhäusern in Kiew gebe es viel aufzuräumen. Die Abfallsammelfahrzeuge fassen etwa 33 Tonnen Müll. Am Donnerstag vergangener Woche hatte Giffey mit Kiews Regierendem Bürgermeister Vitali Klitschko telefoniert. Dieser habe sich für diese Art der Unterstützung bedankt. Benötigt werden laut Giffey Fahrzeuge, egal ob Schulbus oder zum Abfallsammeln. Es gebe aus Kiew auch eine Anfrage zu Schulbussen.

Drei BSR-Müllfahrzeuge werden Dienstagmittag an der ukrainischen Grenze erwartet

„Berlin steht weiter fest an der Seite der Ukraine. Die Fahrzeug-Spende der BSR an die Stadt Kiew steht für die solidarische Haltung Berlins in Zeiten des durch Russland herbeigeführten Krieges gegen die Ukraine“, teilte sie auf Twitter mit. „Dafür danke ich der BSR von Herzen und freue mich, dass die drei Abfallsammelfahrzeuge künftig wie von Bürgermeister @Vitaliy_Klychko gewünscht in Kiew im Einsatz sein und die Stadt unterstützen werden.“

Nach Angaben der BSR werden die drei Fahrer gegen Dienstagmittag die polnisch-ukrainischen Grenze erreicht haben. Von Berlin aus werden sie dann etwa 900 Kilometer zurückgelegt haben. Dort werden die Fahrzeuge von Mitgliedern der Kiewer Stadtverwaltung in Empfang genommen und in die Hauptstadt gebracht.

Schneeräumfahrzeuge der BSR in Kiew im Einsatz

Es ist nicht das erste Mal, dass Berlin seiner Partnerstadt Kiew mit Lkw aushilft. Bereits 2014, als Klaus Wowereit (SPD) noch Regierender Bürgermeister von Berlin war, hat die BSR zwei gebrauchte Nutzfahrzeuge nach Kiew bringen lassen. Damals sollten zwei ältere Räumfahrzeuge der Berliner (BSR) in der ukrainischen Hauptstadt für schneefreie Straßen sorgen.

Diese Hilfe ging auf eine Bitte des Oberbürgermeisters von Kiew, dem ehemaligen Box-Weltmeister Vitali Klitschko, zurück, die er bei einem Berlin-Besuch 2014 an Wowereit gerichtet hatte. „Es ist eine wunderbare Erfahrung, wie schnell die Hilfe aus Berlin organisiert werden konnte“, erklärte Wowereit damals. Der ehemalige Box-Weltmeister Klitschko hatte sich während der Proteste im vergangenen Jahr in der Ukraine auch als Oppositionspolitiker engagiert.