Demonstration in Berlin

Für Freies Kiffen: Hanfparade zieht durch Berlin

| Lesedauer: 2 Minuten
Philipp Sieber
Demonstranten am Sonnabend bei der Hanfparade in Berlin.

Demonstranten am Sonnabend bei der Hanfparade in Berlin.

Foto: Getty

Hunderte Menschen gingen am Sonnabend für die Legalisierung von Cannabis in Berlin auf die Straße.

Berlin. Cannabis als legaler Rohstoff, Medizinprodukt und erlaubtes Genussmittel: Mit diesen Forderungen gingen am Sonnabendnachmittag mehrere Hundert Menschen in Berlin auf die Straße. Die mittlerweile 26. Hanfparade dürfte dabei vielleicht eine der letzten sein. Denn wenn die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP ihr Vorhaben einer kontrollierten Abgabe von Cannabis umgesetzt hat, wäre das Anliegen der Demonstration praktisch erfüllt.

Da es noch allerdings nicht soweit ist, formierte sich der Protestmarsch am Mittag vor dem Roten Rathaus und zog ab 15 Uhr unter dem Motto „Hanf ist für Alle da!“ durch Mitte und das Regierungsviertel – unter anderem vorbei am Bundesgesundheitsministerium an der Friedrichstraße. In der Spitze nahmen laut Polizei rund 1500 Menschen teil.

Die Veranstalter erwarteten nach eigenen Angaben bis zu 10.000. Trotz der in Aussicht gestellten Legalisierung sei die diesjährige Hanfparade „wichtiger den je“, wie es im Aufruf hieß. Denn die Strafverfolgung der Konsumenten und Konsumentinnen dauere an und müsse sofort ausgesetzt werden, so die Forderung. Laut Polizei, die mit etwa 200 Kräften im Einsatz war, blieben Zwischenfälle aus.

Berliner Grüne wollen auch harte Drogen entkriminalisieren

Die Berliner Grünen nutzten am Freitag die anstehende Hanfparade, um in ihren Forderungen noch einen Schritt weiter zu gehen. Die Partei strebt nicht nur die Legalisierung von Cannabis, sondern auch die Entkriminalisierung harter Drogen wie Kokain, Ecstasy oder Amphetamine an.

„Das Recht auf Rausch sollte in einer Stadt der Freiheit wie Berlin selbstverständlich sein“, begründete der Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus Werner Graf den Vorstoß. Eine Idee, die etwa auch vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) geteilt wird. Die Mengen an sichergestellten Drogen durch Polizei und andere Ordnungsbehörden ist in Berlin zuletzt auf einen Rekordwert gestiegen.

Die Hanfparade findet seit 1997 jedes Jahr statt. 2003 rückten die Forderungen dank der Teilnahme des damaligen grünen Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele auch abseits der Szene in den Fokus. Der Entertainer Stefan Raab hatte damals Ströbeles öffentlich geäußerte Forderung „Gebt das Hanf frei!“ in einem Lied verarbeitet.