Feuerwehreinsatz

80-Jährige stirbt bei Wohnungsbrand in Charlottenburg

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Die Feuerwehr war mit drei Rettungswagen im Einsatz (Symbolbild).

Die Feuerwehr war mit drei Rettungswagen im Einsatz (Symbolbild).

Foto: Marcel Kusch / dpa

Eine 80-Jährige starb am Donnerstagabend nach dem Brand in ihrer Wohnung in Charlottenburg.

Berlin.  Obwohl die Berliner Feuerwehr am Donnerstagabend an der Charlottenburger Gervinusstraße mit einem Großaufgebot anrückte, kam für die Seniorin jede Hilfe zu spät. Denn als die Brandbekämpfer die Flammen in ihrer Wohnung gelöscht hatten, konnten sie die 80-Jährige nur noch tot in ihrem Schlafzimmer bergen.

Nachbarn hatten zuvor gegen 23 Uhr den Rauch aus der Wohnung im zweiten des sechsgeschossigen Wohnhauses bemerkt. Da die Mieterin trotz Klingeln und Klopfen nicht öffnete, brachen sie die Tür auf. Die Wohnung konnten sie jedoch wegen der starken Rauchentwicklung nicht betreten.

Bei der Feuerwehr gingen zeitgleich mehrere Notrufe ein. Die Brandbekämpfer rückten innerhalb weniger Minuten mit 54 Kräften sowie drei Rettungswagen an. Es sei zeitweise unklar gewesen, wie viele Personen eingeschlossen und möglicherweise zu Schaden gekommen waren, sagte ein Feuerwehrsprecher. Allerdings konnten sich alle übrigen 16 Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses selbst in Sicherheit bringen. Die Gervinusstraße war während des wischen Kracauerplatz und Droysenstraße gesperrt.

Wohnungsbrand: Tod meist durch Rauchgasvergiftung

Warum die Möbel in der Wohnung der Seniorin Feuer fingen, ermittelt nun ein Brandkommissariat des Landeskriminalamts. Unklar war am Freitag auch, wodurch die 80-Jährige letztlich starb. Die werde im Rahmen einer Obduktion geklärt, sagte eine Polizeisprecherin.

Zumeist sterben Menschen bei Wohnungsbränden nicht direkt durch die Flammen sondern an einer Rauchgasvergiftung. Nicht selten handelt es sich dabei um Personen fortgeschrittenen Alters. So konnte am Abend des 24. Juni eine 70-Jährige nur noch tot geborgen werden, nachdem die Flammen in ihrer Wohnung an der Tempelhofer Götzstraße gelöscht waren.

Auch am 16. Mai konnten die Rettungskräfte nach einem Brand in einer Wohnung an der Dahlemer Schweinfurthstraße nur noch den Tod der 89 Jahre alten Bewohnerin feststellen.

Seit 2019 starben in Berlin 16 Menschen bei Bränden

Seit Beginn 2019 verloren in Berlin 16 Menschen bei Bränden ihr Leben. Im laufenden Jahr zählt die Polizei neben den drei jüngsten zwei weitere Fälle. So starb am 8. April eine 46-Jährige an der Ludwigsfelder Straße in Hellersdorf.

Dort stand die Küche im elften Stock eines Mehrfamilienhauses in Flammen. Der zweijährige Sohn der Getöteten wurde durch die Flammen ebenfalls verletzt, konnte jedoch gerettet werden. Zwei Tage darauf am 10. April überlebte eine 55-Jährige ein Feuer in ihrer Wohnung an der Friedrich-Wilhelm-Straße in Tempelhof nicht.

Im Jahr 2021 starben vier Menschen bei Wohnungsbränden – 28, 70, 93 und 98 Jahre alt. 2020 waren es zwei (27 und 45). Im Jahr 2019 waren in Berlin in diesem Zusammenhang fünf Tote zu beklagen. Eine Person, deren Leiche am 25. Juni des Jahres in einer abgebrannten Halle am Müggelseedamm in Friedrichshagen entdeckt wurde, scheint nach wie vor nicht identifiziert zu sein. Zumindest gibt die Polizei das Alter in diesem Fall mit „unbekannt“ an.

Berliner Feuerwehr hat bis zu 1600 Einsätze am Tag

Für die Berliner Feuerwehr gibt es in Berlin stetig mehr zu tun, die Zahl der Einsätze wächst. Aktuell wird der Rettungsdienst täglich mitunter bis zu 1600 Mal gerufen. Dabei handelt es sich bei Weitem nicht immer um so gravierende Fälle wie den vom Donnerstagabend an der Charlottenburger Gervinusstraße. Oft stellen die Rettungskräfte vor Ort fest, dass es sich nicht wirklich um Notfälle handelt.

Die Folge war zuletzt, dass beinahe täglich der Ausnahmezustand im Rettungsdienst ausgerufen werden musste. Zur Entlastung wurde daher zuletzt entschieden, dass die Feuerwehr weniger ernste Fälle an den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung abgibt.