Kiews Bürgermeister

Kein Fake: Giffey telefoniert mit richtigem Klitschko

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Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin.

Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlins Regierende Bürgermeisterin hat mit dem echten Vitali Klitschko telefoniert. "Mit doppeltem Netz", wie sie sagt.

Berlin.  "Mit doppeltem Netz habe ich gerade tatsächlich mit dem echten Klitschko telefoniert." Das erzählte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstagabend in einer Podiumsdiskussion der Berliner Morgenpost. Vor einigen Wochen war Giffey auf einen Fakeanruf von zwei Pro-Putin-Satirikern reingefallen und hatte gedacht, sie spreche mit Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko. Doch wie sich herausstellte, handelte es sich lediglich um ein mittels künstlicher Intelligenz generiertes Abbild von Kiews Bürgermeister.

Am Donnerstagabend, dem 11. August, fand nun tatsächlich ein Gespräch zwischen den beiden statt. Dabei sei es unter anderem um den Fake-Anruf gegangen. "Auch so etwas ist Teil der gefährlichen Kriegspropaganda", so Giffey. Auch Klitschko sei der Meinung, dass die Bedrohung durch Fake-News mindestens genauso groß wie die durch Waffen sei.

Klitschko bedankte sich für die Unterstützung

"Klitschko bedankte sich vielmals für unsere Unterstützung. Und auch kommenden Montag werden auf Wunsch von ihm drei Müllfahrzeuge aus Berlin nach Kiew geliefert, um das alltägliche Leben zu vereinfachen", fährt Giffey fort.

Die beiden Bürgermeister seien sich in dem einstündigen Telefonat außerdem darüber einig gewesen, dass es ihre Aufgabe sei, trotz aller Grausamkeiten die Hoffnung und den Mut nicht zu verlieren. "Wir müssen mit seriöser Zuversicht nach vorne blicken", so Giffey. Insofern hätte auch Klitschko erzählt, dass es ihm - entgegen aller Erwartungen - nicht schlecht gehe. Denn wenn er in den Krankenhäusern all die schrecklichen Verletzungen sehe, würde er umso dankbarer dafür sein, wie es um ihn selbst stehe.

"Klitschko hat in unserem Gespräch noch einmal betont, dass über 90 Prozent der Ukrainer in die EU aufgenommen werden wollen", erzählt Berlins Regierende Bürgermeisterin. "Der Krieg ist nicht weit weg, und die Werte, um die in der Ukraine gekämpft werden, sind auch unsere Werte".

( cla )