Berlin

Schulen: Neue Einstufung soll für mehr Gerechtigkeit sorgen

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Nicole Dolif
Bildungssenatorin  Astrid-Sabine Busse (SPD) erläuterte die neue Einstufung der Berliner Schulen.

Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) erläuterte die neue Einstufung der Berliner Schulen.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Die Berliner Schulen werden nach neuen Kriterien typisiert. Ein neuer Index soll mehr Gerechtigkeit bei der Einstufung bringen.

Die rund 770 allgemeinbildenden Schulen in Berlin werden von diesem Schuljahr an nach neuen, von Wissenschaftlern entwickelten Kriterien typisiert. Für die Bewertung werden sechs verschiedene Merkmale zu einem siebenstufigen Index gebündelt. Bislang standen bei der Einstufung im wesentlichen nur zwei Faktoren im Mittelpunkt: der Anteil der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache und der Anteil der Familien mit Lernmittelfreiheit. Sie werden jetzt nicht mehr gesondert ausgewiesen, da sie, „allein gar nicht aussagekräftig waren“, sagte Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) bei der Vorstellung der neuen Schultypisierung. „Die neue Typisierung sorgt nun für mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit.“ Ressourcen würden auf dieser Basis bedarfsgerechter auf die Schulen verteilt und Benachteiligungen dadurch abgebaut.

Für die Bewertung der Schulen werden sechs Merkmale angewandt. Sie sind im Einzelnen: 1. Schülerinnen und Schüler, die von der Zuzahlung zu Lernmitteln befreit sind; 2. Schüler, die als erste Verkehrssprache zu Hause eine andere als Deutsch haben; 3. Schüler mit Förderbedarf; 4. Schüler, die eine Jahrgangsstufe wiederholen; 5. die strukturelle Versorgung mit Personal und 6. der Status-Index der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, also ein räumlich bezogener Wert basierend auf Kinderarmut, Arbeitslosengeld und Transferbezug.

Schulen werden in Stufen eingeordnet

Anhand dieser Kriterien werden die Schulen dann in Stufen eingeordnet: Die Bandbreite reicht von Stufe eins (niedrige strukturelle Belastung) bis sieben (sehr hohe strukturelle Belastung). Eine niedrige strukturelle Belastung hat nach dem neuen System gerade mal ein Prozent der Berliner Schulen, 15 Prozent der Schulen sind in der Stufe zwei und 26 Prozent in der Stufe drei eingruppiert. 58 Prozent der öffentlich allgemeinbildenden Schulen verteilen sich auf die Stufen vier (24 Prozent), fünf (19 Prozent) sechs (zehn Prozent) und sieben (fünf Prozent). Sie haben höhere Belastungen und bekommen zum Beispiel zusätzliche Leistungen wie etwa Sprachförderung, die sie dann auch drei Jahre lang sicher behalten können.

„Das neue System erlaubt eine differenzierte Bewertung jeder Schule“,sagt Busse und betonte, dass die Einstufung auch nicht zwingend etwas über die Schulqualität aussagen müsse. „Es gibt Schulen der Stufe sechs, die bei der Schulinspektion dennoch mit guten Lernergebnissen abschneiden“, sagte Busse.