Grunewald

Kritik an Senatorin Jarasch nach Helikopter-Flug

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Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) verschaffte sich bei einem Hubschrauberflug eine Übersicht über die Brandschäden im Grunewald.

Berlin. Ein Flug der Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) am vergangenen Sonntag in einem Polizeihubschrauber über das Waldbrandgebiet im Grunewald hat für Kritik gesorgt und Fragen aufgeworfen.

Nachdem Jarasch auf dem Nachrichtenkanal Twitter von dem Überflug berichtet hatte, tauchten Fragen nach der Zweckmäßigkeit und den Kosten auf, und auch, ob sich ein Hubschrauberflug mit dem Klimaschutz vereinbaren lasse. Zumal auch weder die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey noch Innensenatorin Iris Spranger (beide SPD) und der Landesbranddirektor Karsten Homrighausen die Möglichkeit eines Hubschrauberflugs über das Waldbrandgebiet für sich in Anspruch genommen hatten. Auf Twitter schrieb ein Nutzer: „Lassen sie doch bitte die Feuerwehrleute ihre Arbeit machen und blockieren sie dort nicht unnötig.“

Jaraschs Helikopter-Flug über den Grunewald: Das sagt die Senatsumweltverwaltung

Auf Anfrage der Berliner Morgenpost teilte die Senatsumweltverwaltung mit, dass die Berliner Feuerwehr am Sonntag den Hubschrauber der Bundespolizei bestellt hatte, um Wärmebildaufnahmen vom Brandgebiet anzufertigen. Es sollten zwei Flüge stattfinden. Da immer nur ein Gast mitfliegen kann, war ein Flug mit einem Vertreter der Feuerwehr, der zweite mit dem Leiter der Berliner Forsten, Gunnar Heyne, geplant. Heyne hatte, als die Senatorin am Ort war, empfohlen, dass sich Jarasch als Umweltsenatorin, die sich federführend mit den ökologischen Folgen des Waldbrands auseinanderzusetzen hat, einen Überblick über die Lage verschaffen solle. Dieser Empfehlung sei die Senatorin gern gefolgt, so die Umweltverwaltung.

„Der Flug hätte insofern auch ohne sie stattgefunden, dessen hat sich die Senatorin vorab versichert“, teilte der Sprecher der Senatsverwaltung mit. „An diesem Tag war erstmals ein gezielter Flug unter 1000 Meter möglich, weil der Sicherheitsbereich, der sich auch über dem Brandgebiet befindet, zuvor reduziert worden war.“ Nach Angaben der Senatsumweltverwaltung befinden sich an Bord des Hubschraubers Plätze für den Piloten und den Copiloten, für einen Operator und einen Gast. Diesen vierten Platz hat die Senatorin für den etwa 15-minütigen Flug belegt.

„Die Senatorin konnte sich aus der Luft vom Ausmaß der Brandzerstörung mit Erklärungen des Operators und mit Hilfe der Wärmebildkamera ein präzises Bild machen, das, kombiniert mit weiteren Aufnahmen und den Analysen der Berliner Forsten, zur Einschätzung der Schäden und damit zur Einleitung zielgenauer Konsequenzen für die Rettung des Waldes im Landschaftsschutzgebiet, über die auch im Senat zu beraten ist, wesentlich beiträgt“, hieß es in der schriftlichen Antwort der Senatsumweltverwaltung.

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