Demonstration in Berlin

Autobahn-Konzert verboten: Veranstalter wollen klagen

Aktivisten der Gruppe "Lebenslaute" musizierten am Donnerstagnachmittag bei sengender Hitze auf der Friedenauer Brücke.

Aktivisten der Gruppe "Lebenslaute" musizierten am Donnerstagnachmittag bei sengender Hitze auf der Friedenauer Brücke.

Foto: Susanne Kollmann

Die Berliner Polizei hatte die auf der A103 geplante Blockade untersagt, weil bereits die A115 wegen des Waldbrandes gesperrt war.

Berlin. Nach dem kurzfristigen Verbot eines "Autobahn-Konzerts" in Friedenau (Tempelhof-Schöneberg) haben die Veranstalter rechtliche Schritte angekündigt. Die Initiative "Lebenslaute" kündigte am Freitag an: "Wir werden gegen das polizeiliche Vorgehen klagen." Die Polizei hatte am Donnerstag die Vollsperrung der Autobahn 115 wegen des Waldbrands im Grunewald als Grund für das Verbot genannt. Die Autobahn 103, auf der die Aktion an der Anschlussstelle Saarstraße geplant war, müsse als wichtige Route in die Innenstadt frei bleiben.

Die Initiative wies das zurück. Das Argument einer Überlastung der A103 könne sie mit Daten aus einer halbstündigen Verkehrszählung widerlegen. Das Vorgehen der Polizei habe nichts mit dem Brand im Grunewald zu tun. "Es handelt sich um eiskalten und routinierten Grundrechtsbruch, gedeckt und gewollt durch den rot-rot-grünen Berliner Senat."

Das Konzert unter dem Motto "Musizieren statt betonieren" fand schließlich auf der Saarstraße statt - einem von zwei anderen Standorten, die die Polizei als Ersatz vorgeschlagen hatte. Nach Angaben der Veranstalter waren etwa 100 Teilnehmer dabei. Die Aktion war als Signal gegen den Ausbau der Stadtautobahn und für eine ökologische Verkehrswende gedacht.

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( dpa )