Statistik

Deutlich mehr Badetote in Berlin als im Vorjahr

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Schlachtensee: Einsatzkräfte zogen einen Ertrinkenden aus dem Wasser und reanimierten ihn. Die Hilfe kam jedoch zu spät.

Schlachtensee: Einsatzkräfte zogen einen Ertrinkenden aus dem Wasser und reanimierten ihn. Die Hilfe kam jedoch zu spät.

Foto: Morris Pudwell

Bereits elf Menschen starben 2022 in Berliner Gewässern. Das geht aus der Zwischenbilanz der DLRG hervor.

Berlin (dpa/bb). In den ersten sieben Monaten diesen Jahres sind in Berlin elf Menschen in Seen und Flüssen ertrunken - und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Im Jahr 2021 waren bis Juli fünf Menschen beim Baden ums Leben gekommen. In beiden Jahren waren es ausschließlich Männer.

Über einige der Fälle berichtete auch die Berliner Morgenpost. Anfang Juni ertrank ein 30-Jähriger im Schlachtensee. Am 18. Juni starb ein 49-Jähriger im Flughafensee, am selben Tag und genau eine Woche später am 25. wurden die Leichen eines 17- und eines 26-Jährigen aus dem Weißen See geborgen. Den beiden Toten im Weißen See wurden offensichtlich die Schlingpflanzen zum Verhängnis, vor denen der Bezirk Pankow am Ufer mit Schildern warnt. „In der Regel sterben Menschen dabei durch eine Panikreaktion“, sagt DLRG-Experte Holzhause. „Man erschrickt, wird panisch, kommt nicht los, gerät unter Wasser und ertrinkt.“

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Auch in Brandenburg zehn Badetote

Beim Baden in Brandenburg sind in diesem Jahr bis Ende Juli zehn Menschen ertrunken. Im Vorjahr hatte es im gleichen Zeitraum zwölf Badetote gegeben. Aus der Bilanz geht außerdem hervor, dass die meisten Menschen in Seen oder Teichen ums Leben gekommen sind.

Allein am Pfingstwochenende waren in Brandenburg drei Menschen bei Badeunfällen gestorben: Bei dem Versuch, ein festgefahrenes Segelboot zu befreien, kam am Mörserschen See bei Brandenburg an der Havel ein Mann ums Leben. Er sprang in das Wasser, um zu helfen. Währenddessen trieb sein eigenes Boot ab - der Mann schwamm hinterher und erlitt einen „medizinischen Notfall“. In Zossen im Landkreis Teltow-Fläming sprang ein 18-jähriger Mann von einer rund 30 Zentimeter hohen Plattform des Strandbads Kallinchen und tauchte nicht mehr auf. Ein 66-jähriger Mann starb in Lychen in der Uckermark am Zenssee, als er zum gegenüberliegenden Ufer schwimmen wollte.

Bundesweit ertranken laut DLRG bis Ende Juli dieses Jahres mindestens 199 Menschen in Gewässern. In der gleichen Zeit waren es im Vorjahr 184 Badetote. Die DLRG rät daher zur Vorsicht und Rücksichtnahme beim Baden.

( dpa )