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Amt lehnt Panzer-Ausstellung an russischer Botschaft ab

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Berlin (dpa/bb). Das Bezirksamt Mitte hat eine Anfrage für eine Ausstellung mit einem im Ukraine-Krieg zerschossenen Kriegspanzer vor der russischen Botschaft in Berlin abgelehnt und ist damit auf Unverständnis bei dem Organisator gestoßen.

Der Unternehmer und Journalist Enno Lenze wollte den Panzer und weitere Fahrzeuge auf der Straße Unter den Linden ausstellen. Mit der Aktion wolle er den Menschen in der Hauptstadt zeigen, was der Krieg wirklich bedeute, hatte Lenze vor kurzem der Deutschen Presse-Agentur erklärt. «Diese abgeschossenen Panzer sind für Menschen, die so etwas nicht kennen, sehr beeindruckend.» Lenze berichtet eigenen Angaben zufolge seit März aus der Ukraine.

Ende Juni reichte er einen entsprechenden Antrag beim Bezirksamt Mitte ein. Nun erfolgte die Absage. Die Behörde begründete die Entscheidung damit, dass in dem Panzer wahrscheinlich Menschen gestorben seien und eine Ausstellung daher «nicht angemessen» sei, teilte das Amt auf Anfrage mit. Dessen ungeachtet berühre die Aufstellung von eroberten russischen Panzern aus einem aktuellen Krieg auf der Straße Unter den Linden die außenpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland.

Das Bezirksamt Mitte könne eine Genehmigung nur im Einvernehmen mit der Senatskanzlei beziehungsweise der Bundesregierung erteilen - die Zustimmung der Senatskanzlei sei nicht zu erwarten, hieß es. Zunächst hatte der «Tagesspiegel» über die Absage berichtet.

Organisator Lenze, der den Berlin Story Bunker betreibt, zeigte sich über die Absage irritiert: «Wenn meine Kunst-Idee die «außenpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland» berührt, heißt das ja, dass wir uns nun den potenziellen Drohungen von Kriegsverbrechern beugen», sagte der Journalist. Das eröffne allen anderen Gruppen die Möglichkeit, Einfluss auf die Kunst- und Meinungsfreiheit in Deutschland zu nehmen. Lenze überlegt nun, einen anderen Panzer vor die Botschaft zu stellen. Aber auch in diesem Fall sei eine statische Prüfung durchzuführen, betonte das Bezirksamt.