„Morgenpost vor Ort“

Wohin treibt Berlin? Morgenpost-Leserforum am 11. August

| Lesedauer: 9 Minuten
Andreas Abel
Berlin ist schön, die Stadt steht aber vor großen Herausforderungen. Doch auch über Chancen und Potenziale soll beim Leserforum gesprochen werden.

Berlin ist schön, die Stadt steht aber vor großen Herausforderungen. Doch auch über Chancen und Potenziale soll beim Leserforum gesprochen werden.

Foto: Jens Kalaene / ZB

Am 11. August ist die „Morgenpost vor Ort“: Diskutieren Sie mit über die aktuellen Herausforderungen – und die Konzepte der Politiker.

Ist der Krisenmodus unser neuer Normalzustand? Diesen Eindruck haben zurzeit viele Berlinerinnen und Berliner. Nicht nur Corona und die Folgen der Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine belasten sie, auch Klimakrise, Inflation, steigende Mieten und Energiekosten bereiten Sorgen. Hinzu kommen etliche lokale Probleme:

Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Wie reagiert der Senat auf diese Herausforderungen? Und ist die Reaktion die richtige?

Diesen Fragen wollen wir in einem Leserforum nachgehen. Die Berliner Morgenpost nimmt nach zweieinhalbjähriger Pandemie-Zwangspause ihre erfolgreiche Reihe „Morgenpost vor Ort“ wieder auf und bietet ihren Lesern und Leserinnen die Möglichkeit, sich aus erster Hand zu informieren und mit Experten und politisch Verantwortlichen zu diskutieren.

Wir fragen: „Wohin treibt Berlin?“ Wie sieht die Zukunft der Stadt aus, worauf müssen – oder dürfen – wir uns einstellen? Welche sind die zentralen Probleme, insbesondere in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht? Wo liegen Perspektiven und Potenziale Berlins? Insbesondere soll es beim Leserforum auch darum gehen, mit welchen Konzepten die rot-grün-rote Landesregierung die Zukunft gestalten und den Herausforderungen begegnen will. Und was Kritiker dem entgegensetzen.

„Morgenpost vor Ort" mit hochkarätig besetztem Podium

Darüber wollen wir bei unserem ersten Leserforum in diesem Jahr mit Ihnen sprechen. Das Forum beginnt am Donnerstag, 11. August, um 19 Uhr im Kino Zoo Palast an der Hardenbergstraße in Charlottenburg und dauert etwa zwei Stunden.

Das Podium ist hochkarätig besetzt. Es diskutieren: die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), der Fraktionsvorsitzende der CDU im Abgeordnetenhaus, Kai Wegner, die Direktorin und Vorstandsvorsitzende des Berliner Caritasverbandes , Ulrike Kostka und die Chefredakteurin der Berliner Morgenpost, Christine Richter. Moderator des Abends ist wieder Hajo Schumacher, Autor und Kolumnist der Morgenpost.

Nach der rund 60 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Gäste im Publikum Fragen stellen und sich in die Diskussion einschalten. Die Teilnahme ist kostenlos, die Leser und Leserinnen müssen sich aber zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, erläutern wir im Info-Text unten.

Zu wenige neue Wohnungen

Ein zentrales Berliner Problem ist nach wie vor der Wohnungsmarkt. Vor allem im preisgünstigen Segment übersteigt die Nachfrage bei Weitem das Angebot. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen hinkt den Zielmarken der Landesregierung hinterher. Im vergangenen Jahr wurden 15.900 Wohnungen fertiggestellt. Das waren knapp drei Prozent weniger als 2020, wobei es schon damals einen Rückgang zum Vorjahr gegeben hatte. Das Ziel lautet eigentlich 20.000 Wohnungen pro Jahr.

Um den Wohnungsbau zu beschleunigen, hat der Senat ein Bündnis für Neubau und bezahlbares Wohnen angestoßen. Doch mehrere wichtige Institutionen wie der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Berliner Mieterverein haben die Bündnisvereinbarung nicht unterzeichnet.

Auch eine neue Bauordnung sollte helfen, den Wohnungsneubau anzukurbeln. Der Senat hatte sie zwar im März beschlossen, doch sie liegt, wahrscheinlich für mehrere Monate, auf Eis. Bevor sie in Kraft tritt, soll die Entwicklung der Baupreise und der Energiekrise beobachtet werden. Vertreter der Baubranche und der Opposition hatten ohnehin moniert, die neue Bauordnung sorge nicht für Entlastung, sondern mache das Bauen eher teurer.

Bezahlbar wohnen – für viele unmöglich

Und was heißt eigentlich auf dem Wohnungsmarkt preisgünstig oder bezahlbar? Für viele Normalverdiener ist eine Nettokaltmiete von neun oder zehn Euro pro Quadratmeter nicht zu finanzieren. Wenn nun im Herbst die Nebenkosten wegen der Energiekrise stark steigen sollten, befürchten sie, sich ihre jetzige Wohnung nicht mehr leisten zu können. Doch wie und wo soll man eine billigere Bleibe finden?

Andere hoffen auf den mit 380 Millionen Euro gefüllten Härtefallfonds, den das Abgeordnetenhaus beschlossen hat, um stark steigende Energiekosten abzufedern. Aber noch ist nicht geklärt, wer von dem Geld profitieren kann. „Ob das Geld richtig verteilt wird, wird ein bestimmendes Thema der nächsten Monate werden“, sagt Oppositionsführer Kai Wegner. Er fordert, auch den Mittelstand zu berücksichtigen – „alleinerziehende Mütter, Pflegekräfte, Feuerwehrleute, bis hin zu Lehrern“.

Die zunehmenden finanziellen Belastungen im Alltag treffen vor allem Menschen mit geringem Einkommen. Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sieht eine Armutsspirale, „die in den nächsten Monaten an Drastik zunehmen wird“. Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, „aber auch solche, die hart arbeiten, aber mit wenig Geld nach Hause gehen“, kämen kaum noch über die Runden, sagte sie der Berliner Morgenpost im Interview. Gefährdet, aufgrund von Energieschulden ihre Wohnung zu verlieren, seien „weit mehr Menschen als die rund 590.000, die in Berlin Mindestsicherung beziehen“, so Kipping.

Die Befürchtungen wachsen, dass die Stimmung kippt und die soziale Spaltung in der Stadt überhand nimmt, gar zu Konflikten führt. Dabei ist gerade jetzt mehr denn je gesellschaftlicher Zusammenhalt gefordert. Doch wie lässt er sich herstellen? Dies sind nur zwei von mehreren heißen Eisen, die es am 11. August zu besprechen gilt. Kommen Sie zu unserem Leserforum in den Zoo Palast und reden Sie mit.

Diese Experten sitzen auf dem Podium

Franziska Giffey (44) ist seit Dezember 2021 Regierende Bürgermeisterin von Berlin. Zuvor war die SPD-Politikerin von April 2015 an drei Jahre lang Neuköllns Bezirksbürgermeisterin, im Anschluss bis Mai 2021 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit November 2020 ist sie gemeinsam mit Raed Saleh auch Landesvorsitzende der Berliner Sozialdemokraten.

Kai Wegner (49) ist seit November vergangenen Jahres Fraktionsvorsitzender der CDU im Abgeordnetenhaus und damit Oppositionsführer im Berliner Landesparlament. Zuvor war er 16 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages. Wegner, gebürtiger Spandauer und ausgebildeter Versicherungskaufmann, steht zudem seit 2019 an der Spitze des CDU-Landesverbandes.

Ulrike Kostka, (51) ist seit 2012 Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, seit 2018 auch Vorstandsvorsitzende. Sie hat Katholische Theologie und Gesundheitswissenschaften studiert und sich im Fach Moraltheologie habilitiert. Seit 2012 ist sie außerordentliche Professorin für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.

Christine Richter (58) ist seit 2018 Chefredakteurin der Berliner Morgenpost. Sie lebt seit 1985 in Berlin, studierte zunächst an der Freien Universität Publizistik, Politikwissenschaften und Geschichte. Vor 14 Jahren kam sie zur Morgenpost, 2012 wurde sie Mitglied der Chefredaktion. Sie produziert „Richter und Denker“, den Podcast aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Hajo Schumacher (58), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online-Medien und TV. Schumacher ist zudem Verfasser etlicher Bücher, zum Beispiel „Männerspagat“ und „Kein Netz! – Wie wir unser wirkliches Leben zurückerobern“.

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Wohin treibt Berlin?“ beginnt am Donnerstag, 11. August, um 19 Uhr im Kinozentrum Zoo Palast, Hardenbergstraße 29 A in Charlottenburg. Es dauert etwa zwei Stunden.

Die Teilnahme ist für unsere Leser und Leserinnen kostenlos. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht per E-Mail an aktionen@morgenpost.de, per Fax an 030/8872 77967 oder per Postkarte/Brief an Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt.

Alle Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Dienstag, 9. August, 16 Uhr, in der Redaktion vorliegen. Der Zugang zum Leserforum ist nur mit einer schriftlichen Bestätigung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion möglich. Wir berücksichtigen die zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden gesetzlichen Corona-Vorschriften und Hygienemaßnahmen vor Ort.

Der Zoo Palast ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, Am Bahnhof Zoologischer Garten halten die Linien S3, S5, S7 und S75, die U2 und U9 sowie zahlreiche BVG-Buslinien. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern im Umfeld.