Schienenverkehr

Akku-Zug zieht ins Technikmuseum in Berlin

| Lesedauer: 2 Minuten
Der batterieelektrische Zug von Stadler ist noch bis Ende September im Deutschen Technikmuseum in Berlin zu sehen.

Der batterieelektrische Zug von Stadler ist noch bis Ende September im Deutschen Technikmuseum in Berlin zu sehen.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Batterieelektrische Züge sollen CO2-Emissionen im Schienenverkehr reduzieren. Ein Prototyp von Stadler steht nun im Technikmuseum.

Berlin.  Bahnverkehr gilt als klimafreundlich, doch auch auf Schienen sind heute noch einige Dieselfahrzeuge unterwegs. In Berlin und Brandenburg erfolgt aktuell gut ein Viertel der Verkehre mit Dieselantrieb, weil nicht sämtliche Streckenabschnitte elektrifiziert sind, deutschlandweit gilt das für rund ein Drittel der gefahrenen Kilometer im Schienenpersonennahverkehr. Alternative Antriebe sollen den Anteil künftig reduzieren, so auch batterieelektrische Züge. die ihre Energie auf elektrifizierten Abschnitten aus Oberleitungen beziehen und auf den nicht-elektrifizierten Strecken auf Batterien zurückgreifen. Ein solcher Zug ist nun im Technikmuseum in Berlin zu sehen. Dabei handelt es sich um einen Prototypen des Modells „Flirt Akku“ vom Hersteller Stadler, der den Zug an seinem Standort in Pankow entwickelt hat. Ab 2023 sollen erste Serienfahrzeuge in Schleswig-Holstein in den Fahrgastbetrieb gehen.

Der Testzug wird vor allem für Forschungszwecke genutzt, künftig etwa für ein gemeinsames Projekt von Stadler und dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt. Dabei soll ein modular skalierbares Batteriesystem für Akku-Triebzüge entwickeln werden. Noch bis 25. September dauert aber der Zwischenstopp auf dem Freigelände des Technikmuseums.

Museum will auch Gegenwart und Zukunft der Technik zeigen

„Wir wollen nicht nur die Geschichte der Technik zeigen, sondern auch die Gegenwart und Zukunft“, sagte Museumsdirektor Joachim Breuninger. Zugleich wird im Technikmuseum auch der Bogen zu den Anfängen des elektrischen Schienenverkehrs gespannt: So ist auch ein Nachbau des ersten elektrisch betriebenen Zugs aus dem Jahr 1879 von Siemens zu sehen.

Stadler hat das Fahrzeug seit 2016 entwickelt und 2018 in den Einsatz genommen. Seither sei der Zug mehr als 25.000 Kilometer im Batteriebetrieb gefahren, sagte Stadler-Chef Jure Mikolcic. Die Strecken, die heute im Nahverkehr noch mit Dieselzügen befahren werden, seien oft welche, bei denen nur kurze Außenäste ohne Oberleitungen sind, der große Teil der Strecke aber durchaus elektrifiziert sei. „Genau dafür sollen solche Züge mit Akkutechnik sein“, sagte Mikolcic. Die betriebliche Reichweite des Fahrzeugs gibt Stadler mit rund 100 Kilometern an. Damit können dem Unternehmen zufolge 80 Prozent der nicht-elektrifizierten Strecken Deutschlands mit dem Regionalzug im Batteriebetrieb befahren werden.