Debatte um "Layla"

Buschkowsky über SPD: "Diese Leute sind Gartenzwerge"

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Heinz Buschkowsky (SPD), langjähriger Bezirksbürgermeister von Neukölln (Archivbild).

Heinz Buschkowsky (SPD), langjähriger Bezirksbürgermeister von Neukölln (Archivbild).

Foto: Paul Zinken / dpa

Neuköllns Ex-Bezirksbürgermeister schießt gegen die eigene Partei - mal wieder. Der Anlass: Die Debatte um den Schlager-Hit "Layla".

Berlin. Der frühere Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) geht in der Debatte um den Schlagersong "Layla" mit seiner Partei hart ins Gericht. Der "Bild"-Zeitung sagte Buschkowsky: „Wie kaputt ist dieser verquere Haufen, wenn er sich über Schlagertexte aufregt statt über die akuten Krisen dieser Tage? Diese Leute sind Gartenzwerge. Sie gehören nicht in die Politik, sondern in die Laubenkolonie.“

Vorangegangen waren parteiinterne Vorwürfe am Wochenende in Baden-Württemberg. Auf dem Christopher-Street-Day in Stuttgart war das umstrittene Lied auf einem SPD-Umzugswagen angespielt worden. Darauf schrieb ein Juso-Mitglied aus Nordrhein-Westfalen: „Stellt euch vor, es ist CSD und irgendwelchen alten Männer der SPDqueer machen erstmal ein unfassbar frauenverachtendes Lied an.“ Dazu veröffentlichte er ein Video der Szene, das Tausende Male aufgerufen wurde.

Zu sehen ist dort auch der baden-württembergische SPD-Partei- und Fraktionschef Andreas Stoch. Er habe kurz mitgewippt, aber zehn Sekunden nach der ersten Textzeile sei das Lied ausgemacht worden, erklärte Stoch.

"Layla" auf SPD-Umzugswagen beim CSD: "Das geht gar nicht"

„Wir haben uns umgehend mit den Genoss*innen in Stuttgart in Verbindung gesetzt, um den Vorfall aufzuarbeiten“, schrieb SPDqueer, die Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung, auf Twitter. „Das Abspielen des Liedes wurde nach unseren Infos sehr schnell unterbunden. Wir distanzieren uns ausdrücklich vom Abspielen dieses Songs auf einem CSD-Wagen der SPDqueer und lehnen jede Art sexistischer oder misogyner Musik ab.“

An dem Mitgröl-Song über eine „Puffmutter“, die „schöner, jünger, geiler“ sei, scheiden sich wegen Sexismusvorwürfen die Geister. „Das geht gar nicht, dass sie so ein sexistisches Lied spielen“, sagte Christian Gaus, der Vorsitzende von SPDqueer Baden-Württemberg, der dpa. Wie es dazu gekommen sei, wisse er nicht.

In Würzburg und später auch anderen Städten war „Layla“ von Festen verbannt worden. Es entzündete sich deshalb an dem Song auch eine Debatte über Kunstfreiheit und angebliche Zensur.

Buschkowskys Tiraden gegen die eigene Partei sorgen bei der SPD immer wieder für Aufregung. Er hatte die Sozialdemokraten bereits als "Klugscheißerpartei" bezeichnet, die sich „in weiten Teilen von der Lebenswirklichkeit, den Sorgen und Nöten der Menschen völlig entfernt“ habe.

Die Hauptstadtpartei sieht er als „unterirdischsten Landesverband der deutschen Sozialdemokratie“. Und: „Da sind viele Kranke unterwegs." Bei seinen eigenen Leuten hatte er damit zum einen heftigen Widerspruch hervor. Aber auch Kopfschütteln – und fast schon mitleidiges Schulterzucken.

( BM )