Strafprozess

Falsche Polizisten überfallen Familie: Angeklagte gestehen

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.

Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb). Nach einem Raubüberfall auf eine Familie in Berlin-Wedding hat der Prozess gegen drei Männer begonnen, die sich als Polizisten ausgegeben hatten. Am Montag legten die Angeklagten am Landgericht Berlin Geständnisse ab. Laut Staatsanwaltschaft hatten die maskierten Männer Bargeld und Wertgegenstände gefordert - und einem Kind eine Soft-Air-Pistole gegen den Kopf gehalten.

Sie hätten in der Wohnung eine größere Summe Bargeld vermutet, erklärte ein 26-Jähriger vor Gericht. Den Tipp habe ein Mitangeklagter von einer vierten Person bekommen. Ein 36-Jähriger sagte, sie hätten eine Mutter und ihren erwachsenen Sohn in der Wohnung erwartet. Er sei schockiert gewesen, als er mindestens sechs Menschen dort gesehen habe. Die Anklage lautet auf erpresserischen Menschenraub und schweren Raub.

Die 24- bis 36-Jährigen sollen sich bei der Tat im Dezember 2021 Zugang zur Wohnung der Familie verschafft haben, indem sie sich als Polizisten ausgaben. Einer der Räuber sei mit einer täuschend echt aussehenden Soft-Air-Pistole bewaffnet gewesen, ein Mittäter habe ein Jagdmesser in der Hand gehalten, heißt es in der Anklage.

Der 36-Jährige erklärte weiter, der ihm namentlich nicht bekannte Tippgeber habe von etwa 250.000 Euro Schwarzgeld gesprochen, das angeblich in der Küche der Wohnung zu finden sei. Er selbst habe sich «unüberlegt auf die Sache eingelassen» und bitte um Entschuldigung. Der Familie wolle er im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs 7500 Euro zahlen. Auch die anderen Angeklagten baten um Verzeihung. Ein 26-Jähriger erklärte, er habe unter Einfluss von Rauschgift gestanden.

Polizisten nahmen die Männer noch am Tatort fest. Ein Nachbar hatte die Einsatzkräfte gerufen, nachdem die Männer zuvor irrtümlich bei ihm geklingelt und sich als Polizisten ausgegeben haben sollen. Der Prozess wird am 13. Juli fortgesetzt.