Musikfestival

Fusion-Besucher melden hunderte Corona-Infektionen

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Beim Fusion-Festival  in Lärz kam es offenbar zu hunderten Corona-Infektionen (Archivbild).

Beim Fusion-Festival in Lärz kam es offenbar zu hunderten Corona-Infektionen (Archivbild).

Foto: Christian Charisius / dpa

Das bei Berlinern beliebte Festival war offenbar ein Superspreader-Ereignis. In einem Forum werden Hunderte Infektionen gemeldet.

Berlin. Beim fünftägigen Fusion-Festival auf dem ehemaligen Militärflugplatz Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) haben sich offenbar Hunderte Besucher mit Corona infiziert. Zu dem vor allem bei vielen Berlinern beliebten Tanz- und Musikfest waren in der vergangenen Woche insgesamt 75.000 Menschen gekommen.

In einem Internet-Forum, das vom Veranstalter Kulturkosmos betrieben wird, vermittelt ein "Post-Fusion-Covid-Count" einen Eindruck möglicher Infektionen. Dort zählen die Nutzerinnen und Nutzer die Infektionen, mittlerweile ist die Rede von über 750 Ansteckungen (Stand 8. Juli, 8 Uhr). Die User geben dort auch über den Verlauf ihrer Erkrankung Auskunft. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Nachdem die Macher im vergangenen Jahr ein aufwendiges Testkonzept mit eigenem PCR-Labor umgesetzt hatten, gab es in diesem Jahr nach Aussage der Organisatoren keine besonderen Vorschriften zum Corona-Infektionsschutz. Das Land hatte mit einer Verordnung vom 5. Mai die 3G-Regel für Veranstaltungen aufgehoben.

In Berlin liegt die Corona-Inzidenz aktuell bei 511,0. Experten gehen aber von einer hohen Untererfassung aus, da die wenigsten Infizierten auch einen PCR-Test machen.


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Fusion-Festival: Polizei nimmt Drogendealer mit 8200 LSD-Trips fest

Bundes- und Landespolizei hatten in dieser Woche eine Bilanz des Festivals gezogen. Bei Kontrollen wurden 56 Autofahrerinnen und -fahrer festgestellt, die wohl unter Drogeneinfluss Fahrzeuge führten, dazu wurden 80 Strafanzeigen wegen illegalen Drogenbesitzes etlicher Substanzen gestellt. Als „herausragend“ nannte die Sprecherin den Aufgriff zweier mutmaßlicher Drogendealer, bei denen eine Vielzahl von Rauschgiftarten, darunter 8200 sogenannte LSD-Trips, beschlagnahmt wurden. Die 31- und 32-jährigen Tatverdächtigen kamen in Untersuchungshaft. Der Straßenverkaufswert dieser Drogen liege bei einer sechsstelligen Summe.

Bei der Polizeiwache unmittelbar am Festivalgelände wurden vier Diebstähle, eine gefährliche Körperverletzung und eine Sachbeschädigung angezeigt. Die Polizei ermittelt auch wegen des Verdachts der Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen. Einen ähnlichen Fall von illegalen Bildaufnahmen in einer Dusche hatte es schon einmal in Lärz gegeben.

Mit einer Reihe von Sonder- und Entlastungszügen habe die Deutsche Bahn die Situation, dass wegen des Neun-Euro-Tickets normale Züge sehr voll waren, entspannen können. So mussten die Fusion-Besucher laut Polizei auch zu Spitzenzeiten am Bahnhofsvorplatz sowie auf den Bahnsteigen in Neustrelitz maximal eine Stunde warten.

Das Festival mit 40 Bühnen auf dem ehemals sowjetischen Militärflugplatz Lärz gilt als eines der größten Musik- und Theaterfeste Europas.

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( BM/dpa )