Fake-Videoschalte

Fake-Anrufer arbeiten für Plattform von Staatskonzern

Berlins Bürgermeisterin, Franziska Giffey, im Gespräch mit einem Fake-Klitschko.

Berlins Bürgermeisterin, Franziska Giffey, im Gespräch mit einem Fake-Klitschko.

Foto: -/Senatskanzlei Berlin/dpa

Das Komiker-Duo, das Senatschefin Franziska Giffey mit einer Videoschalte täuschte, erhält Geld von einem russischen Staatskonzern.

Berlin. Die beiden russischen Komiker, die sich zu der Fake-Videoschalte mit Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und weiteren europäischen Bürgermeistern bekannt haben, arbeiten nach eigener Aussage für eine Internetplattform, die dem russischen Staatskonzern Gazprom gehört.

Nach ARD-Angaben räumten sie in einem Interview ein, sich durch Gelder der Plattform Rutube zu finanzieren, einer russischen Kopie von Youtube. "Wir arbeiten für Rutube und sind Rutube-Botschafter. Also bekommen wir unser Geld von dort", sagte Alexej Stoljarow alias Lexus dem ARD-Magazin "Kontraste". Rutube gehört seit 2008 zu Gazprom-Media - einem von Russlands Staatskonzern Gazprom gegründeten Medienkonzern.

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Giffey hatte in der letzten Juniwoche per Video mit einer Person gesprochen, die zwar wie der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko aussah, aber nicht Klitschko war. Nach einiger Zeit waren ihr wegen verschiedener Fragen ihres Gegenübers Zweifel gekommen. Das Gespräch endete dann vorzeitig.

Anschließend wurde bekannt, dass auch die Bürgermeister von Wien, Madrid, Budapest und Warschau auf ähnliche Weise hereingelegt wurden. Das russische Komiker-Duo "Vovan und Lexus" hatte Ende Juni gegenüber "Kontraste" eingeräumt, hinter den Fake-Videotelefonaten zu stecken. In Berlin nahm der Staatsschutz des Landeskriminalamts Ermittlungen dazu auf.

( dpa )