Testspiel

Fischer fehlt «Körperkontakt»: Coach trotz Sieg unzufrieden

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Von Matthias Koch, dpa
Fans jubeln im Stadion.

Fans jubeln im Stadion.

Foto: Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

«Fußball ohne Körperkontakt» passt bestimmt nicht zu Union Berlin. Trainer Fischer moniert nach dem Testsieg in Magdeburg das Auftreten gegen den Zweitliga-Aufsteiger. In der kommenden Woche wird doppelt geprobt. Möglicherweise erstmals mit weiteren neuen Kräften.

Berlin. Zweiter Sieg im zweiten Testspiel - Urs Fischer könnte zufrieden sein. Doch das Auftreten des 1. FC Union Berlin in der ersten Halbzeit beim 4:1-Sieg beim 1. FC Magdeburg verdarb dem Trainer der Eisernen die Sommerlaune. «Ein Blitzstart war da. Das war gut. Wir agierten aggressiv und organisiert. Aber anschließend war es wie weg. Dann gab es Fußball ohne Körperkontakt und ohne Bereitschaft», monierte Fischer. Deutliche Worte inmitten der Vorbereitung auf die nächste Saison in der Fußball-Bundesliga, in der Union auch international wieder aufhorchen lassen will.

«Es war einfach nicht gut. Dann muss man es auch ansprechen. Ich habe das den Jungs in der Pause gesagt», berichtete Fischer von einer klaren Kabinenansprache. Für die zweite Halbzeit wechselte Fischer wie geplant komplett durch. Der Sieg gegen den Zweitliga-Aufsteiger wurde durch die Tore von Keita Endo (54. Minute) und Tim Skarke (87.) abgesichert. Zur Halbzeit hatte es nach den schnellen Toren von Andreas Voglsammer (1.) und Kevin Behrens (8.) und dem Eigentor von Paul Seguin (33.) schon 2:1 gestanden. Magdeburg vergab zudem noch einen Elfmeter durch Baris Atik (32.).

Wo steht Union also am Ende der zweiten Vorbereitungswoche? Es ist noch ein Abtasten. Im zweiten Abschnitt lief es in Magdeburg wieder besser. Das gefiel Fischer. Der Schweizer muss wieder eine neue Einheit formen. Von den acht Neuverpflichtungen haben in den ersten beiden Testspielen in Torwart Lennart Grill, Verteidiger Danilho Doekhi, Mittelfeldmann Seguin sowie den Offensivspielern Skarke und Milos Pantovic fünf das Union-Trikot getragen. Grill gab in Magdeburg sein Union-Debüt.

Janik Haberer, Jamie Leweling und der erst am Donnerstag verpflichtete Jordan Siebatcheu warten dagegen noch auf ihren ersten Auftritt. Mittelfeldmann Haberer ist weiterhin angeschlagen. Er wird auch in der kommenden Woche noch individuell arbeiten müssen. Der 28-Jährige soll im Trainingslager in Neukirchen am Großvenediger in Österreich (11. bis 20. Juli) wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Die Stürmer Leweling und Siebatcheu könnten dagegen in der kommenden Woche in den nächsten Tests am Mittwoch (18.00 Uhr) bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig oder am Samstag (15.30 Uhr) daheim gegen Bohemians Dublin erstmals für Union auflaufen. Beide absolvierten am Samstagvormittag Belastungstests in Berlin. Leweling kam mit einem Außenbandriss zu Union. Er kann nun wieder voll trainieren. Siebatcheu soll nicht überfordert werden.

«Jordan hat am Samstagmorgen noch einen Yo-Yo-Test gemacht, einen Maximal-Test. Wir wollten entsprechend Daten von ihm haben. Da geht es auch ein bisschen um Steuerung. Die letzten Tage waren für ihn stressig», erklärte Fischer. Ordentlich Arbeit wartet in den kommenden Wochen auch noch auf den Chefcoach selbst.

Überschattet wurde der Test von Vorfällen abseits des Stadions in Magdeburg. Nach Angaben der dortigen Polizei wurden rund 90 Minuten vor dem Spiel bei einer Auseinandersetzung zwischen Hooligans beider Vereine rund 70 Personen festgenommen. Union-Fans berichten zudem, dass Berliner Anhänger an anderer Stelle der Stadt von Magdeburgern angegriffen und verletzt worden seien.