Berliner Feuerwehr

Innensenatorin verkündet Hilfe für den Rettungsdienst

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Andreas Gandzior und Ulrich Kraetzer
Ein Fahrzeug der Feuerwehr im Einsatz. (Symbolbild)

Ein Fahrzeug der Feuerwehr im Einsatz. (Symbolbild)

Foto: Fernando Gutierrez-Juarez / dpa

Mit diesen Maßnahmen soll sich die Lage im medizinischen Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr verbessern.

Berlin.  Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Landesbranddirektor Karsten Homrighausen haben Maßnahmen zur Verbesserung der Lage im medizinischen Rettungsdienst der Feuerwehr angekündigt. Angesichts der Engpässe und des wiederkehrenden Ausrufens des Ausnahmezustands soll die Feuerwehr bis Ende dieses Jahres fünf weitere Rettungswagen samt Personal in Betrieb nehmen. Sie sollen von den Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt werden. Der erste Rettungswagen werde durch den Arbeiter-Samariter-Bund bereits am 1. Juli in den Dienst genommen.

Um mehr Einsatzmittel verfügbar zu machen, werde die Feuerwehr zudem Dienstpläne optimieren, heißt es in der am Mittwoch verbreiteten Mitteilung on Innenverwaltung und Feuerwehr. Die Feuerwehr werde prüfen, inwiefern Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, die in anderen Bereichen tätig sind – etwa in der Verwaltung – temporär wieder im Rettungsdienst eingesetzt werden können. Die Personalvertretung werde dabei miteinbezogen.

Ein weiteres Ziel sei es, künftig Fälle zu reduzieren, bei denen Rettungswagen von Krankenhäusern abgewiesen werden und damit länger als nötig belegt sind. Hierzu würden Gespräche mit der Senatsgesundheitsverwaltung aufgenommen. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung werde eine Kampagne abgestimmt, um Berlinerinnen und Berlinern aufzuklären, bei welchen Beschwerden anstelle der Notrufnummer 112 die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117) zu wählen ist. Zudem wollen Innenverwaltung und Feuerwehr prüfen, wie der Mehrbedarf von bis zu 19 Rettungswagen gedeckt werden kann, etwa durch die Möglichkeit eines zeitlich befristeten Einsatzes privater Anbieter.

Innensenatorin Spranger spricht von einer Mammutaufgabe

Spranger bezeichnete die Verbesserung der Lage im Rettungsdienstes als „Mammutaufgabe“. An die Berlinerinnen und Berliner appellierte Spranger, „mit der Notrufnummer 112 gewissenhaft umzugehen“. Die Nummer sei im Wesentlichen Fällen mit unmittelbarer Lebensgefahr vorbehalten. Feuerwehr-Chef Homrighausen, versicherte, die Feuerwehr habe bereits „eine Vielzahl von Maßnahmen“ eingeleitet.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, die auch Feuerwehrleute vertritt, glaubt nicht daran, dass die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung beitragen. „Die Punkte ergeben Sinn, werden aber wenig bis gar nichts an der Situation ändern“, hieß es am Mittwochabend in einer Mitteilung. Es sei klar gewesen, dass von der Innensenatorin „jetzt nicht der große Wurf kommt“. Um wirklich etwas zu ändern, komme man an einer Änderung des Rettungsdienstgesetzes nicht vorbei.

Im Rettungsdienst der Feuerwehr wird wegen zu weniger Fahrzeuge bereits seit Monaten nahezu täglich der Ausnahmezustand ausgerufen. Mitunter ist für die gesamte Stadt kein Rettungswagen mehr verfügbar, so dass für medizinische Notfälle auch Löschfahrzeuge ausrückten.