Paketstationen

Kritik an Kooperation mit Amazon

| Lesedauer: 2 Minuten
Dominik Bath
In einen solchen Locker können sich Kunden des US-Konzerns Amazon Bestellungen liefern lassen. Die Zahl hat sich in Berlin weiter erhöht.

In einen solchen Locker können sich Kunden des US-Konzerns Amazon Bestellungen liefern lassen. Die Zahl hat sich in Berlin weiter erhöht.

Foto: Markus C. Hurek / picture alliance /

Vor allem beim landeseigenen Wohnungsunternehmen Gewobag wächst die Zahl der Amazon-Paketstationen. Die Linke findet das falsch.

Berlin. Die Zahl der Paketboxen des US-amerikanischen Handelsriesen Amazon auf Liegenschaften landeseigener Wohnungsunternehmen in Berlin ist weiter gewachsen. Das ergab eine Abfrage der Linken-Abgeordneten Katalin Gennburg bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Demnach gibt es alleine bei der Gewobag 287 sogenannter Locker, in die sich Amazon-Kunden ihren Bestellungen liefern lassen können.

Gennburg forderte gegenüber der Berliner Morgenpost mehr „Regulierung gegen den Wildwuchs bei der Neuaufstellung früherer Postangebote durch neue Lieferdienstleister“. Nach 20 Jahren Postprivatisierung erlebe man nun den „rabiaten Umbau“ dieser ehemals öffentlichen Infrastrukturen. „Der Kampf um Marktmacht der neuen Lieferdienstleister bildet sich im Stadtraum ab, während gleichzeitig die privatisierte Post vielerorts die Filialen schließt und damit Angebote der Nahversorgung mit Postangestellten spürbar verknappt“, erklärte sie weiter. Das Land Berlin müsse entsprechend eingreifen. „Wir haben es in der Hand, wem wir den Raum für Lieferdienstleistungen überlassen“, so die Linken-Politikerin. Dass durch landeseigene Firmen Verträge mit Internetgiganten abgeschlossen würden, sei „mehr als fragwürdig“.

Gewobag: Zustellung an zentralen Punkt effektiver und ökologischer

Von der Gewobag hieß es auf Nachfrage, gleich mehrere Dinge würde dafür sprechen, das Aufstellen solcher Locker zu erlauben. Für die Mieterinnen und Mieter biete die Paketbox einen zusätzlichen Service. „Zum anderen ist die Sammellieferung an einen zentralen Punkt deutlich effektiver und ökologischer als der gegebenenfalls mehrmalige Zustellversuch an einen einzelnen Haushalt“, sagte eine Gewobag-Sprecherin. Das Aufstellen des Lockers zahle Amazon. Ob und in welcher Höhe die Gewobag Nutzungsgebühren von Amazon erhebt, wollte sie nicht sagen.

Deutsche Post DHL kommt an den Gewobag-Häusern hingegen nur auf 17 Paketstationen. Die Zahl solle weiter wachsen. Ein Sprecher: „Potenzielle Standorte werden bei der Deutschen Post DHL eng und kooperativ mit den zuständigen Abteilungen der Berliner Bezirksämter abgestimmt und DHL-Packstationen daher nur nach positivem Bescheid auf unsere Bauvoranfrage durch die zuständigen Stellen aufgestellt.“