Erntezeit

Kirschen nun rot: Obstbauern freuen sich auf gute Saison

| Lesedauer: 2 Minuten
dpa
Ein Obstbauer legt in einer Obstplantage frisch gepflückte Süßkirschen in einen Korb.

Ein Obstbauer legt in einer Obstplantage frisch gepflückte Süßkirschen in einen Korb.

Foto: dpa

Im Frühjahr zog über Brandenburger Kirschplantagen ein zarter Marzipanduft. Das Wetter spielte dann in den folgenden Wochen mit: In den Bäumen konnten die roten Früchte gut heranreifen. Zunächst werden nun Süßkirschen gepflückt.

Werder/Havel. Der gestandene Obstbauer gerät etwas ins Schwärmen: "Die Kirschernte wird in diesem Jahr richtig gut", sagte Thomas Giese von der Havelfrucht GmbH in Werder/Havel auf Anfrage. Farbe, Festigkeit und auch Geschmack der Früchte seien gut.

Im vergangenen Jahr war die Kirschernte aufgrund von Frühjahrsfrösten in der Region vielerorts nahezu ausgefallen. Blüten waren an den Bäumen erfroren. Er habe aus den Betrieben bislang positive Rückmeldungen erhalten, sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. "Die Hoffnungen sind nun gut", sagte er. Kunden könnten sich auf Kirschen aus der Region freuen.

Bei Giese, zuständig für den Obstanbau in dem Betrieb, stehen auf vier Hektar knapp 4000 Bäume. Er erwarte einen guten Ertrag von etwa 5 bis 6 Tonnen je Hektar von den erst vor drei Jahren gesetzten Bäumen in der Anlage. Wenn alles gut gehe in den kommenden drei Wochen, könne alles gepflückt werden. Bis dahin sollten die dunkelroten Süßkirschen vom Baum geholt sein. "Jetzt könnte nur noch Hagelschlag oder überraschender Nachtfrost dazwischen kommen", sagte er. Im Vorjahr sei bei ihm im Betrieb keine einzige Frucht geerntet worden.

Sechs Sorten Süßkirschen wachsen in dem Betrieb in Werder. Als nächste Früchten reifen bei Havelfrucht Pflaumen, Äpfel und Sanddorn heran. Die Bäume stehen auf insgesamt auf 100 Hektar. Die Vermarktung laufe über die Werderfrucht GmbH, die Händler in der gesamten Region beliefere, sagte er.

Auch Thomas Bröcker, Geschäftsführer Obstbau Frankfurt (Oder), freut sich über seine derzeit extrem voll hängenden Bäume. Problematisch seien die Preise. An den Erzeuger gingen etwa 3 bis 3,50 Euro pro Kilogramm. "Notwendig sind etwa 6 bis 7 Euro", sagte er. Fraglich sei aber, ob die Kunden aufgrund der Konkurrenz durch preiswertere Importware bereit seien, tiefer in die Tasche zu greifen. Ein Fünftel seiner Ernte verkauft er selbst, der Rest geht über die Genossenschaft an den Handel in der Region Berlin und Brandenburg, wie er sagte.

Nach Angaben des Landesamtes für Statistik wurden im vergangenen Jahr insgesamt 567 Tonnen Süß- und 303 Tonnen Sauerkirschen in Brandenburg geerntet.

© dpa-infocom, dpa:220624-99-779461/2

( dpa )