Potsdam-Mittelmark

Stabile Lage - aber Waldbrandflächen weiter erkunden

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dpa
Schwarz verkohlte Baumstämme liegen auf dem Waldboden in Treuenbrietzen.

Schwarz verkohlte Baumstämme liegen auf dem Waldboden in Treuenbrietzen.

Foto: dpa

Die Situation bei den Waldbränden in Treuenbrietzen und Beelitz ist stabil. Aber Vorsicht: Andauernde Trockenheit in den Wäldern gepaart mit Hitze können Feuer begünstigen. Auch bergen mögliche Glutnester noch immer eine große Gefahr.

Treuenbrietzen/Beelitz. Trotz der stabilen Lage nach den verheerenden Waldbränden am Wochenende in Treuenbrietzen und Beelitz (Landkreis Potsdam-Mittelmark) hat es am Mittwoch noch keine Entwarnung gegeben. Das trockene Wetter, hohe Temperaturen, böiger Wind könnten jederzeit wieder die Situation verschärfen, hieß es auf Anfrage beim Katastrophenstab. Die Waldbrandflächen müssten weiter intensiv erkundet werden, um ein Aufflammen der Glutnester zu verhindern.

Aktuell herrscht im Land die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 nur noch im Landkreis Prignitz. Für den Landkreis Oder-Spree wurde eine geringe Gefahr ermittelt, für den Rest des Landes die Stufe 3 mit mittlerer Gefahr.

Stück für Stück könne in Treuenbrietzen die Zahl der Einsatzfahrzeuge und der Feuerwehrleute reduziert werden, sagte die Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Andrea Metzler, auf Anfrage. Die Verantwortung werde dann an die privaten Eigentümer der Flächen übergeben, sagte sie. Die müssten dann für Brandwachen sorgen und die Glutnester weiter im Blick behalten.

Der Waldbrand in Treuenbrietzen war vergangenen Freitag ausgebrochen. Hunderte Feuerwehrleute, unterstützt von Soldaten der Bundeswehr, waren im Einsatz. Nur rund 20 Kilometer entfernt brannte es am Wochenende dann auch bei Beelitz. Jeweils etwa 200 Hektar standen in Flammen. Hunderte Menschen mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen. Starke Regenfälle brachten am frühen Montagmorgen Entspannung.

Auch in Beelitz entspannt sich die Lage nach Angaben der Stadt weiter. "Es sind nach wie vor viele Kräfte im Einsatz, um auch die letzten Glutnester und Gefahrenstellen des Waldbrandes zu beseitigen", hieß es in einer Mitteilung. Sie gehören zu Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Bundeswehr. Der Einsatz von Hubschraubern zur Brandbekämpfung sei nicht erforderlich.

Der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, lehnte unterdessen ein mögliches Begehungsverbot der Wälder ab. Das sei nicht notwendig, sagte er. Das könne man zwar machen, jeder Bürger sei aber ein weiterer Brand- oder Feuermelder, sagte Engel rbb24 Brandenburg aktuell. Als absolutes Tabu bezeichnete er von Autofahrern zugeparkte Waldwege, die dann nicht für Einsatzkräfte zugänglich seien. Er forderte zudem neue Löschwasserentnahmestellen, für die es nach seinen Angaben Fördermittel von Land, Bund und der Europäischen Union gibt.

Nach zwei Tagen Schließung wegen der Waldbrände ist die Landesgartenschau in Beelitz seit Mittwoch wieder geöffnet. Die Parkplätze seien gefüllt, sagte Geschäftsführerin Marina Ringel der Deutschen Presse-Agentur. Einsatzfahrzeuge hatten den Hauptparkplatz der Gartenschau genutzt. Deshalb war die Gartenschau geschlossen gewesen.

© dpa-infocom, dpa:220622-99-754317/4

( dpa )