Spreecleanup

Großes Reinemachen am Spree-Ufer

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Model Rebecca Kunikowski (Mitte) kommt zusammen mit Schauspielerin Sarah Alles und Puppenspieler Benno Lehmann zum CleanUpDay an die Oberbaumbrücke in Friedrichshain.

Model Rebecca Kunikowski (Mitte) kommt zusammen mit Schauspielerin Sarah Alles und Puppenspieler Benno Lehmann zum CleanUpDay an die Oberbaumbrücke in Friedrichshain.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Putzeinsatz der Initiative Rhine Clean Up an der East Side Gallery: Helfer füllen 60 Müllsäcke trotz Hitze.

Berlin. Kronkorken, Pizzakartons, Papierfetzen und Zigarettenkippen – mit Greifern und Müllzangen haben freiwillige Helfer Uferabschnitte der Spree von Müll und anderem Unrat befreit. Damit war das erste „SpreeCleanUp“ in Berlin am Sonnabendvormittag gestartet. Anlass für das erste „SpreeCleanUp“ ist das Greentech Festival, das in der kommenden Woche am Mittwoch in der Hauptstadt beginnt. Die Putzaktion ist eine gemeinsame Initiative von den Machern des Festivals, des Vereins Kehrenbürger und der Initiative Rhine Clean Up. Diese besteht seit 2018 und ist Vorbild für die Berliner Aktion.

Bereits kurz nach 9 Uhr am Morgen hatten sich Helfer der Initiative an der East Side Gallery direkt gegenüber der Oberbaumbrücke in Friedrichshain getroffen und die Aktion vorbereitet. Schon zu diesem Zeitpunkt war allen Beteiligten klar, auf was sie sich am bisher heißesten Tag des Jahres eingelassen hatten. „Ich habe mich freiwillig zum Putzen angemeldet. Da wusste ich aber noch nicht, dass mich mehr als 30 Grad erwarten“, sagte die 43-jährige Jolanda. „Wir haben zugesagt, also halten wir auch Wort, obwohl ich jetzt auch viel lieber raus an einen Badesee fahren würde.“ Sie und ihre Lebensgefährtin deckten sich mit zwei Müllbeuteln, Arbeitshandschuhen und Müllzangen ein.

Offenbar hielten sich nicht sehr viele Teilnehmende an ihre Zusage im Internet. Ein Teil der Putzwerkzeuge blieb unangetastet an den Ständen oberhalb des Spreeufers liegen. „Wir haben uns auf etwa 180 Anmeldungen vorbereitet“ sagte eine der ehrenamtlichen Helferinnen. „Ich glaube nicht, dass so viele kommen werden.“

Models, Schauspielerinnen und Musiker reinigen Spreeufer in Friedrichshain

Wenige Minuten nach 10 Uhr fiel dann der Startschuss für die Putzaktion. Es folgten einige wenige Reden in Anwesenheit von Model Anna Hiltrop, die Botschafterin des „Rhine Clean Up“ ist, den Schauspielerinnen Rebecca Kunikowski und Sarah Alles sowie Jared Hasselhoff, dem ehemaligen Bassisten der Rockband Bloodhound Gang. Der in Philadelphia aufgewachsene Musiker sagte, dass er dort gesehen habe, was passiert, wenn man nicht auf die Umwelt achtet. „Ich habe mir geschworen, dass ich meiner Tochter eine bessere Zukunft schaffe. Und dafür müssen wir alle etwas tun, finde ich.“ Schauspielerin Kunikowski ergänzte: „Ich finde die Aktion super. Wenn jeder allerdings schon vorab ein bisschen mehr auf seinen eigenen Müll achten würde, bräuchten wir solche Events gar nicht mehr zu machen.“

Frank Geßner, Regionalleiter der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, sagte: „Rhine Clean Up organisiert mittlerweile Müllsammelaktionen am Rhein und an 14 weiteren Flüssen, unter anderem an der Ruhr, der Mosel, dem Main, der Donau und heute an der Spree, und gilt als größte Müllsammelaktion Europas. Um möglichst viele Berlinerinnen und Berliner für den Spree Clean Up zu gewinnen, haben wir im Vorfeld reichweitenstark über unsere digitalen Stadtinformationsanlagen auf die Aktion aufmerksam gemacht und freuen uns über die positive Resonanz.

Bundesweite Flussufer-Putzaktionen am 10. September

Auch wenn die Teilnehmerzahl hinter den Erwartungen zurück blieb, zeigte sich Rhine Clean Up-Initiator Joachim Umbach zufrieden. „Ich schätze, es haben sich etwa 100 Personen beteiligt und in den drei Stunden von 10 bis 13 Uhr 60 Müllsäcke voll bekommen“, sagte Umbach der Berliner Morgenpost. Er vermutet, dass viele Personen aufgrund der großen Hitze nicht zum Sammeln gekommen sind. Auch die kurze Vorbereitungszeit für die Putzaktion von nur drei Wochen wird ein übriges dazu beigetragen haben. An den Sammelstellen im Schlosspark Charlottenburg an der Spree und im Volkspark Jungfernheide fand die Aktion lediglich fünf Mitstreiter. In der Jungfernheide fragten sich einige der Müllsammler, wo denn hier die Spree fließen würde. Sie reinigten anschließend Teile der Grünanlage in Charlottenburg-Nord.

„Die Initiative ist jetzt vom Rhein nach Berlin an die Spree geschwappt und ich denke, wir hatten einen guten Einstand in der Hauptstadt“, sagte Umbach am Ende. Er zeigte sich optimistisch, dass seine Rhine Clean Up-Initiative zukünftig auch an der Spree zu einem Umwelt-Erfolg wird. „Am 10. September ist unser bundesweiter Aktionstag, da werden wir auch wieder an der Spree in Berlin aktiv sein.“

Clean Up-Initiative für Green Awards nominiert

Zumal die Initiative Rhine Clean Up es in die Endauswahl der Green Awards des Greentech Festivals geschafft haben. Der Gewinner wird am kommenden Mittwoch auf dem Greentech Festival am ehemaligen Flughafen Tegel verkündet. Den Initiatoren zufolge haben in den vergangenen Jahren bereits mehr als 100.000 Menschen an Putzaktionen am Rhein und an Nebenflüssen teilgenommen. An verschiedenen Aktionstagen wurde tonnenweise Müll gesammelt. Mit der Aktion soll zum einen verhindert werden, dass noch mehr Plastikmüll in die Meere gelangt, zum anderen soll sie das Bewusstsein dafür schärfen, Müll nicht einfach in die Umwelt zu werfen. Im vergangenen Jahr haben schon mehr als 40.000 Menschen in Europa an verschiedenen Clean Ups teilgenommen.