Gefängnis

Berichte über Meuterei in der JVA Heidering

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In der Justizvollzugsanstalt Heidering kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Gefangenen (Archivbild).

In der Justizvollzugsanstalt Heidering kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Gefangenen (Archivbild).

Foto: Bernd Settnik / dpa

Laut CDU gab es am Mittwoch in Heidering eine Gefängnismeuterei mit 40 Beteiligten. Die Justizverwaltung weist das zurück.

Berlin/Großbeeren. Eine Gefangenenmeuterei oder doch nur ein kleiner Disput zwischen einer Handvoll Insassen? Zu den Vorgängen am Montag in der Berliner Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering, die sich im brandenburgischen Großbeeren (Teltow-Fläming) befindet, scheint es zwei Deutungen zu geben.

Mehr als 40 Gefangene hätten sich „bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit den Rädelsführern gegen die Vollzugskräfte solidarisiert“, heißt es vom rechtspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Alexander Herrmann. „Das muss ich dementieren“, hält ein Sprecher der Berliner Justizverwaltung dagegen.

Während die Union von einem „schwerwiegenden Vorfall“ spricht, gab es laut dem Justizsprecher lediglich eine „Auseinandersetzung zwischen drei Gefangenen und danach eine Art Tohuwabohu, aber nichts, was einer Meuterei gleichkäme oder berichtspflichtig wäre“. Verletzte habe es keine gegeben. Auch die Brandenburger Polizei kann auf Anfrage „einen solchen Sachverhalt nicht bestätigen“, wie ein Sprecher mitteilte.

Heidering: Zahl der Schlägereien nahm zuletzt stark zu

Erst am Ostermontag kam es in der JVA Heidering, die vom Land Berlin betrieben wird, zu einer Auseinandersetzung zwischen rund 50 Gefangenen. Dabei wurden auch Bedienstete verletzt. Als Grund dafür gab die Justizverwaltung im Nachgang einen bereits länger andauernden Konflikt zwischen zwei Gefangenengruppen an, der während einer Freistunde eskaliert sei. Die Hauptverantwortlichen seien verlegt worden.

Im Februar 2019 konnten JVA-Mitarbeiter eine Meuterei in Heidering verhindern. Eine Übernahme des Gefängnisses habe jedoch nicht gedroht, hieß es damals. Die Revolte blieb auf den Hof eines Trakts beschränkt.

Während die Zahl der Schlägereien zwischen Häftlingen in Berlins Gefängnissen zuletzt weitgehend konstant blieb oder sogar zurückging, stieg sie in Heidering deutlich an. So wurden dort 2019 noch 94 Vorfälle erfasst, 2020 dann 116 und 2021 schließlich 136. Im laufenden Jahr wurden bis Ende April bereits 37 Vorfälle gezählt. Weitere fünf Angriffe richteten sich im selben Zeitraum gegen das Personal.