Infektion

142 Fälle von Affenpocken in Berlin bestätigt

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Joachim Fahrun
Affenpocken: Stiko empfiehlt Impfung bei bestimmten Gruppen

Affenpocken: Impfung wird bei Risikogruppen empfohlen

Affenpocken sind mit den ausgerotteten Pocken verwandt. Alte Impfstoffe werden derzeit auch für Affenpocken diskutiert. Die Stiko empfiehlt bereits eine Impfung für bestimmte Gruppen.

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Die Zahl der infizierten Personen in Berlin steigt kontinuierlich. Nur wenige holten sich ihre Ansteckung auf einer Reise.

Berlin. In Berlin sind mit Stand Montag 142 laborbestätigte Fälle von Infektionen mit den Affenpocken bekannt geworden. 16 Personen werden in Krankenhäusern behandelt. Vor dem Wochenende am Freitagabend waren es demzufolge noch 120 bestätigte Fälle gewesen. Die ersten Fälle in Berlin waren vor über drei Wochen bekannt geworden. Bundesweit wies das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag 229 Nachweise von Affenpocken aus. Elf Bundesländer meldeten demnach Fälle der eigentlich seltenen Virus-Erkrankung, in Berlin sind es besonders viele.

Bei den infizierten Personen handele es sich ausschließlich um Männer. Nur wenige der Infizierten hätten sich ihre Ansteckung auf einer Reise geholt. Dennoch handele es sich um einen „gut eingrenzbaren Bereich“, in dem sich Menschen infizierten. Man sei mit der Community und der Aids-Hilfe im Kontakt, um Informationen zu verbreiten. Es bestehe „kein Grund zur Beunruhigung“, sagte Gote. Es werde zwar mehr Fälle von Affenpocken geben: „Aber es gibt keine große Gefahr für die allgemeine Bevölkerung.“

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Der Erreger wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) meist durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Erste Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Großflächiger Hautausschlag ist möglich.

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Die Symptome verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen. Personen, die möglicherweise Kontakte zu Infizierten hatten, wird empfohlen, genau auf Symptome zu achten und Kontakte vorsorglich zu reduzieren.

Erwachsene, die engeren Kontakt mit einem Affenpocken-Infizierten hatten oder ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollen nach dem Willen der Ständigen Impfkommission (Stiko) künftig eine Impfung gegen Affenpocken erhalten. Die Empfehlung veröffentlichte die Stiko am Donnerstag. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen - es ist also noch keine endgültige Empfehlung.

( mit dpa )